Vermarktungsmodelle: Seven-One kommt Agenturen weiter entgegen

Freitag, 14. März 2008
Lenkt ein_ Seven-One-Media-Chef Peter Christmann
Lenkt ein_ Seven-One-Media-Chef Peter Christmann

Der TV-Vermarkter Seven-One Media wird sein Angebotsmodell unter dem Druck der Mediaagenturen erneut modifizieren. Wie aus Vermarkterkreisen zu hören ist, werden die Münchner den Einkäufern der Werbezeiten wieder Naturalrabatte geben. Ursprünglich wollte Seven-One die Freispots abschaffen und alle Rabbate bar direkt an die Werbekunden geben. Den Agenturen sollte ein Dienstleistungshonorar zwischen 2 und 2,75 Prozent des bewegten Volumens bezahlt werden. In einem Zwischenschritt hatte Seven-One den Agenturen bereits wieder so geannte Ausgleichsspots zur Verfügung gestellt - allerdings nicht zur eigenen Kapitalisierung. Sie sollten als Ausgleich bei Leistungsschwächen kunden- beziehungsweise kampagnenbezogen eingesetzt werden. Die Mediamitter hätten also Aufgaben der vermarktereigenen Disposition übernommen. Offenbar war der Druck der Agenturen, für die Naturalrabatte mittlerweile zu einer wichtigen Erlösquelle geworden sind, nun doch zu groß. Dem Vermarkter drohten Umsatzeinbußen in Millionenhöhe.

Während der Wettbewerber IP Deutschland in seinem Modell zwischen Agentur- und Direktkunden differenziert und Agenturen als eigene Wirtschaftsstufe respektiert, hatte Seven-One versucht, den Markt komplett umzukrempeln und auf die Kunden zu zentrieren. Die eigentlichen Auftraggeber sollten die Rabatte bekommen, während sich die Mediaagenturen wieder auf ihre Rolle als Planer und Vermittler konzentrieren sollten. Schon mehrfach mussten die Münchner nachbessern, zum Beispiel wurden diverse Funktionsrabatte nachgelegt, um das Modell attraktiver zu gestalten.

Gescheitert ist die geplante Revolution auch daran, dass die Werbungtreibenden nicht mitspielten. Der Kundenverband OWM soll seinen Mitgliedern empfohlen haben, das Honorar, das Seven-One den Agenturen zahlen wollte, einzufordern. Dass das Seven-One-Modell nicht ankommt, legt auch eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Accenture nahe. Danach präferiert die Mehrheit der befragten Werbungtreibenden die IP-Variante.
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