Vermarktungsmodell: IP lockt Kunden und Agenturen mit neuer Rabattstruktur

Dienstag, 18. August 2009
IP-Chef Martin Krapf überarbeitet das Vermarktungsmodell für die Sender von RTL
IP-Chef Martin Krapf überarbeitet das Vermarktungsmodell für die Sender von RTL

Während Seven-One Media nach der Trennung von Vermarktungschef Klaus-Peter Schulz noch damit beschäftigt ist, sich neu zu sortieren, geht Wettbewerber IP Deutschland in die Offensive. Mit einer Anpassung seines Angebotsmodells will der RTL-Vermarkter deutlich Boden gut machen. Geschäftsführer Martin Krapf lässt im HORIZONT-Interview keinen Zweifel daran, dass das Unternehmen damit die zuletzt verlorenen Marktanteile wieder zurückholen will. "Davon bin ich überzeugt", so Krapf gegenüber HORIZONT. Mit dem Launch des "IP Vermarktungsangebots 2010", das bereits kartellrechtlich geprüft und am Dienstagmittag in Frankfurt vorgestellt wurde, führt IP verschiedene neue Rabatte für Werbungtreibende und Agenturen ein. So verhandeln Kunden etwa beim "IP-Angebot" - einer Art Volumenrabatt - zukünftig ein Gesamtvolumen für alle IP-Sender. Auf diese Weise sollen Unternehmen Werbezeit auf RTL, Vox, Super RTL und n-tv flexibler als bislang buchen können. Wer sich im Voraus auf bestimmte Anteile je Sender festlegt, erhält einen zusätzlichen "Senderbelegungsrabatt".

Martin Krapf: Print ist nach meiner Meinung das am stärksten überbewertete Medium in Deutschland.“

Auch die Dienstsleister müssen sich umstellen: So ist für die Basisvereinbarungen, die Agenturen mit IP jeweils für den Zeitraum von einem Jahr verhandeln, künftig nicht mehr das absolute Volumen, sondern der Budgetanteil ausschlaggebend. Dieser sogenannte "Universe-Rabatt" wird auf Basis des Volumens, das bei IP und dem Pro-Sieben-Vermarkter Seven-One Media platziert wird, berechnet. Der Anteil kleinerer Sender und Vermarkter wird dabei nicht berücksichtigt. IP-Chef Krapf will damit den Mediaagenturen entgegenkommen, die angesichts von Wirtschaftskrise und eingefrorener Etats kaum noch langfristig planen können. "Die Agenturen müssen sich nicht frühzeitig auf feste Budgethöhen festlegen, sondern uns nur sagen, wie sie die Gelder zwischen IP und Seven-One aufteilen. Danach bemisst sich dann die Höhe des Rabatts", erläutert Krapf im HORIZONT-Interview, das Abonnenten am Donnerstag dieser Woche nachlesen können.

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Das vollständige Interview mit IP-Chef Martin Krapf, alle Hintergründe zum Vermarktungsmodell und erste Reaktionen aus dem Markt gibt es in der HORIZONT-Ausgabe 34/2009 vom 20. August.

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Einen zusätzlichen "Intermedia-Rabatt" erhalten Agenturen, die ihren TV-Anteil im Mediamix 2010 erhöhen. Auslöser für diesen Rabatt ist die Entwicklung der TV-Werbung insgesamt. Für Krapf ist es schlichtweg "nicht zu erklären", dass der Marktanteil von TV in Deutschland geringer ist als in anderen Ländern. Ziel des Intermedia-Rabatts sei es daher, das Medium TV wieder insgesamt nach vorn zu bringen. Potenzial sieht er unter anderem bei Zeitschriften und Tageszeitungen: "Print ist nach meiner Meinung das am stärksten überbewertete Medium in Deutschland", so Krapf.

Die Eckpunkte des bestehenden Angebotsmodells bleiben bestehen. So unterscheidet IP weiterhin zwischen Direkt- und Agenturkunden, sodass Werbekunden die Wahl haben, ob sie selbst Vertragspartner werden oder das ihrer Agentur überlassen. Auch die Basis-Buchungen mit einer Laufzeit von maximal einem Kalenderjahr und die auf 3 Monate befristeten sogenannten Max-3-Buchungen bleiben bestehen. mas
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