Vermarkter-Pakt: Verlage attackieren Springers "Bild" in den Metropolen

Montag, 08. März 2010
Die bunten Blätter verbünden sich gegen die "Bild".
Die bunten Blätter verbünden sich gegen die "Bild".

In der Anzeigenkrise rücken selbst Konkurrenten enger zusammen. So haben sich die Zeitungshäuser M. DuMont Schauberg (MDS) in Köln, das zu Gruner + Jahr gehörende Dresdner Druck- und Verlagshaus sowie die Münchner Verleger Dirk Ippen und Anneliese Friedmann zu einer nationalen Vermarktungsallianz verbündet. Ziel der Partnerschaft ist es, die Anzeigenverkäufe der sechs Boulevard-Titel "Abendzeitung", "Berliner Kurier", "Dresdner Morgenpost", "Hamburger Morgenpost", Kölner "Express und Münchner "TZ" zu pushen. Nach Angabe von Oliver Hauf, Anzeigenleiter bei der MDS-Tochter Berliner Verlag, erreicht die Kombi Boulevard national rund 2 Millionen Leser. Der Marktanteil in der Summe der Metropolen liege bei 52 Prozent, während der größte Konkurrent "Bild" nur auf 48 Prozent komme.

"Die Kombi soll nicht primär gegen die "Bild" arbeiten, vielmehr setzt sie bei einer Strukturschwäche der "Bild" an. Nämlich überall dort, wo es historisch gewachsene Kaufzeitungen gibt, weist die "Bild" relative Reichweiten-Löcher auf beziehungsweise hat die "Bild" schwache Reichweiten. Da gerade diese Regionen nun aber durchaus interessante Ballungsräume darstellen, ist die Kaufzeitungskombi bei einem Boulevard-Durchgang eigentlich ein Muss", kommentiert Hauf die Partnerschaft.

Wer das Komplett-Paket bucht, zahlt für eine 1/1 Seite von Montag bis Freitag knapp 81.000 Euro. Am Wochenende beträgt der Preis für eine Seite rund 89.000 Euro. Alle sechs Titel sind mit einem 20-prozentigen Kombinationsrabatt erhältlich. Werden nur drei Titel belegt, was das Minimum darstellt, beträgt der Rabatt 10 Prozent. bn
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