Verlegerverbände: Tabakwerbeverbot schränkt Medienfreiheit ein

Montag, 28. November 2005

Im Rechtsstreit um das von der EU verhängte Tabakwerbeverbot haben die Verlegerverbände BDZV und VDZ klar Stellung bezogen. "Es geht nicht um Tabak, es geht um viel mehr als betroffene Wirtschaftsinteressen, es geht um die Achtung der kulturellen Vielfalt in einem vereinten Europa" sagt Dietmar Wolff, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV). Der Europäische Gerichtshof verhandelt am 6. Dezember über die Klage der Bundesrepublik Deutschland gegen das Tabakwerbeverbot. Auch der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger sieht in dem Verbot "fatale Folgen für Marktwirtschaft und Demokratie". Geschäftsführer Wolfgang Fürstner: "Marktwirtschaft lebt allein vom Wettbewerb. Wettbewerb braucht Werbung. Deshalb beschädigen Werbeverbote die Marktwirtschaft."

Die Verlegerverbände befürchten außerdem, dass ein aus deutscher Sicht negatives EuGH-Urteil auch die Freiheit der Berichterstattung gefährden würde. In Frankreich seien bereits Strafen gegen Zeitungen verhängt worden, weil diese bei der Motorsportberichterstattung Fotos von Rennwagen mit erkennbaren Tabakmarken abgebildet hatten. mh
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