Verlegersohn Sebastian Ganske zeigt digitalen Gründergeist

Mittwoch, 07. März 2012
Treibt das Digitalgeschäft voran: Verlegersohn Sebastian Ganske
Treibt das Digitalgeschäft voran: Verlegersohn Sebastian Ganske

Bisher unbeachtet von der Öffentlichkeit hat die Ganske Verlagsgruppe weitere Schritte unternommen, um Verlegersohn Sebastian Ganske ins Unternehmen einzubinden und die Gruppe für die Zukunft aufzustellen. Dabei richtet der 35-jährige Ganske jun., der einzige Vertreter der vierten Generation des Hauses, seine Ambitionen immer stärker aufs Digitale - und bisher weniger vernehmbar auf das Stammgeschäft mit Jahreszeiten Verlag („Für Sie", „Petra", „Merian", „Prinz") und den Buchverlagen, darunter Hoffmann & Campe.
Printmedien wie "Petra" sind auch auf dem iPad präsent
Printmedien wie "Petra" sind auch auf dem iPad präsent
So taucht eine bislang unbekannte Holding in der neuen Unternehmensbroschüre auf, die die Gruppe jüngst verschickt hat: die Ganske Media Group (GMG). Diese sei bereits im Juli 2010 gegründet worden, teilt ein Sprecher auf Anfrage mit. Zur GMG, an der der Verlegersohn alle Anteile hält, gehören die drei Digitalunternehmen Agile Bunch (Internet-Programmierung), Intosite (Web-/Mobile-Dienstleistungen) und Urbanite (regionale Event-Portale mit Community).

Und im Februar hat die GMG das Unternehmen Skynda gegründet. Dieses soll im Bereich Interactive Entertainment digitale, ortsbezogene („hyperlocale") Dienste entwickeln sowie Anwendungen, die Offline-Daten auch online verfügbar machen. Ist geplant, unter dem Dach der GMG weitere Unternehmen anzusiedeln? „Es gibt viele spannende Themen im digitalen Umfeld, die auch neue Geschäftsmodelle mit sich bringen", sagt der Sprecher. Die Überlegungen seien noch nicht abgeschlossen; man werde auch in Zukunft weiter wachsen.

Verleger Thomas Ganske
Verleger Thomas Ganske
Bereits bekannt war, dass Ganske jun. zudem Geschäftsführer der Jahreszeiten-Verlag-Digitaltochter 4Seasons Digital.net und der Ticket-Suchmaschine Ticcats ist, die der Ganske Gruppe, der GMG sowie Co-Geschäftsführer Tobias Debuch gehört. Im Rahmen der Neuordnung der Geschäftsführung des Jahreszeiten Verlags (Jalag) nach dem Abgang von Jan Pierre Klage waren in der Verlagsgruppe vereinzelt Spekulationen aufgekommen, wonach Verleger Thomas Ganske dies nutzen könnte, um seinen Sohn ins Jalag-Führungsgremium zu holen. Doch offenbar soll und will Ganske jun. erstmal weiter damit fortfahren, das im Vergleich zu anderen Verlagen unterentwickelte Digitalgeschäft aufzubauen.

Der Verlegersohn war im Mai 2009 in den Familienverlag eingetreten; Anfang 2010 hatte er erste Aufgaben im Digitalgeschäft übernommen. Anfang 2011 hat sich Ganske jun. erstmals öffentlich geäußert - in einem Interview mit HORIZONT. Darin hatte er auch die schon damals etwas verstreut wirkenden Digitalaktivitäten der Gruppe erklärt.

Zur Gruppe gehören neben dem Jalag, dem Kundenmagazin-Anbieter Hoffmann & Campe Corporate Publishing („BMW Magazin") und den Buchverlagen auch mehrere Buch-, CD- und Kunst-Versandhändler, der App-Entwickler iPublish mit Navigations- und Event-Datenbanken sowie Reiseportale. Der Umsatz liegt bei 259 Millionen Euro (2010), davon ein Zehntel aus dem Digitalen. Sebastian Ganske hält rund ein Prozent an der väterlichen Holding, 16 Prozent am Jalag und eben jetzt 100 Prozent an seiner GMG. rp
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