Verleger vs. Google: Nach Burda fordert auch Würtenberger Internet-Abgabe für PCs

Mittwoch, 01. Juli 2009
Springer-Manager Peter Würtenberger
Springer-Manager Peter Würtenberger

Peter Würtenberger, Chief Marketing Officer bei Axel Springer, findet die Kritik von Hubert Burda an Google „verständlich“. Burda hatte in einem Gastbeitrag in der „FAZ“ eine Beteiligung der Verlage an den Umsätzen von Google gefordert. „Wer die Leistung anderer kommerziell nutzt, muss dafür bezahlen“", so Burda. Würtenberger wies auf dem Online-Marketing-Kongress von HORIZONT in Bad Homburg deutlich darauf hin, dass Google den Content der Verlage als kostenloses Vermarktungsasset nutze.

Das Problem der Verlage: Google heimst den Löwenanteil der Online-Werbung ein. Laut Studien gehen vom Online-Werbevolumen in Höhe von 2,5 Milliarden Euro rund 1,5 Milliarden Euro an die Suchmaschine. 200 Millionen Euro gehen in den Affiliate-Bereich, rund 600 Millionen Euro in die Display-Werbung jenseits der Medienseiten beispielsweise in Communities. Nur rund 200 Millionen Euro entfallen auf Medien-Websites mit journalistischen Inhalten.

Mit Blick auf Paid-Content-Modelle wies der Springer-Manager auf GEMA-ähnliche Lösungen hin. Denkbar sei, dass beispielweise beim Kauf eines Computers eine Internet-Abgabe eingepreist sei. Davon könnten dann auch journalistische Angebote profitieren.

Als wesentliche Treiber im Werbemarkt sieht Würtenberger in der Zukunft Performance Marketing mit attraktiven ROI-Modellen sowie Targeting angesichts eines starken Mehrwertes für Kunden und einer Erhöhung der TKP. Dahinter stecke aber auch eine Gefahr für die Umfeld-Vermarktung der Verlage. Sie sollten sich also genau überlegen, ob sie auf diesen Zug aufspringen. Als weiteren Treiber sieht er Bewegtbild, das auch Vorteile für Branding und Emotionalisierung biete. Ein Fragezeichen setzte Würtenberger indes hinter die Chancen für Social Media. ork
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