Verleger und Telekom präsentieren Konzept für junge Zeitung

Dienstag, 15. September 2009
Die Zukunft der Zeitung wurde auf dem Zeitungskongress heiß diskutiert
Die Zukunft der Zeitung wurde auf dem Zeitungskongress heiß diskutiert

"Wir wissen erschreckend wenig über unsere Leser" - diese Bilanz zieht Thomas Brackvogel, Geschäftsführer der Südwest Presse in Ulm, auf dem Zeitungskongress des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) in Fulda. Brackvogel ist einer von drei Verlagsvertretern, die im Rahmen einer Kooperation des BDZV mit dem Creation Team der Deutschen Telekom Ideen zur Zukunft der Zeitung ausgearbeitet haben. Wie sieht die Zeitung der Zukunft aus? Dies war die zentrale Frage, auf die Brackvogel zusammen mit Silke Springensguth, Geschäftsführerin DuMont Net in Köln, und Andreas Arntzen, Geschäftsführer Verlagsgesellschaft Madsack in Hannover, zusammen mit der Telekom Antworten finden sollten. Insgesamt haben die Beteiligten rund 200 Ideen hervorgebracht. 

Als besonders interessant sieht Hans-Joachim Fuhrmann Director Communication und Multimedia des BDZV eine Idee an, mit der eines der Hauptprobleme der Zeitungsverlage gelöst werden könnte: "Wir haben kein richtig funktionierendes Produkt für junge Zielgruppen", so Fuhrmann. Der Lösungsvorschlag: Eine Zeitung für junge Zielgruppen mit einem adäquaten Onlineauftritt. Das Besondere daran: Die Zeitung wird von einem Konsortium von Verlagen produziert. Per Franchisesystem soll dieses Produkt an Regionalzeitungen weitergegeben werden, die diese mit lokalen Themen ergänzen können.

Raimund Schmolze, Leiter des Creation Centers, appeliert an die anwesenden Verleger, ebenfalls intern eigene Ideenteams einzurichten, die anderen Verlagsmitarbeitern dabei helfen, Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Bei den Beteiligten der Arbeitsgruppe ist diese Aufforderung angekommen. Die Südwest Presse beispielsweise hat bereits eine "Medienwerkstatt" gegründet. "Wir wollen die Zeitung nicht neu erfinden, aber stabilisieren und verbessern", so Brackvogel.

Telekom-Mann Schmolze bietet den Verlegern ein Produkt aus dem eigenen Hause an. Per MMS können die Zeitungen ihren Lesern Nachrichten und Bilder direkt ins Wohnzimmer schicken. Das Endgerät wäre in diesem Falle ein digitaler Bilderrahmen, den die Deutsche Telekom im Portfolio hat. „Damit können die Verlage einen neuen Kommunikationskanal für ihre Leser öffnen", so Schmolze.

Das Creation Center der Deutschen Telekom sitzt in der Hauptstadtrepräsentanz des Unternehmens. Eine der wesentlichen Aufgaben der acht Kreativen, die in dem Creation-Team arbeiten, ist es, Ideen für Alltagsprobleme zu entwickeln. Seit 2007 arbeitet die Telekom mit dem BDZV zusammen. jm
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