Verleger fordern mehr Übersichtlichkeit am PoS und suchen neue Konzepte

Donnerstag, 13. September 2007

Angesichts der rückläufigen Absätze und Umsätze im Einzelverkauf, die der Bundesverband Presse-Grosso (BVPG) auch für das 1. Halbjahr 2007 meldet, schalten sich die Verleger in die Debatte ein. Im Rahmen einer Podiumsrunde unter dem Motto "Von Landlust bis Google - Viele Wege führen zum Leser: Pressevielfalt hat Zukunft" diskutierten Manager der deutschen Großverlage auf der Jahrestagung des BVPG gestern in Baden Baden mit Werner Schiessl, 1. Vorsitzender des BVPG. Im Mittelpunkt der Kritik standen dabei die Billigpreis-Strategien der Verlage in bestimmten Segmenten und die Präsentation der Presseprodukte in den Regalen. "Strukturveränderungen können wir nicht verhindern, aber wir beschleunigen diesen Prozess, indem wir zu viel Gleiches für zu wenig Geld liefern", so Bernd Buchholz, Vorstand Zeitschriften bei Gruner + Jahr. Um die "Titelflut einzudämmen" fordert Andreas Schoo, Verlagsgeschäftsführer Bauer Verlagsgruppe, den BVPG auf, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie mehr Platz im Regal geschaffen werden kann. Schoo: "Wir könnten auf diverse Titel verzichten, ohne dass die kulturelle Vielfalt darunter leidet."

Mehr Übersicht am POS - diese Forderung unterstützt auch Peter Würtenberger, Vorsitzender der Verlagsgeschäftsführung Welt Gruppe/ Berliner Morgenpost Axel Springer "Die Spielregeln im System müssen im Sinne der großen Anbieter veränderbar sein. Das gesamte Grossosystem wird von Klein- und Kleinstanbietern missbraucht, um ihre Titel auf den Markt zu bringen."

Häufigstes Argument gegen eine Titelreduktion ist der Erhalt von Meinungsvielfalt durch Pressevielfalt. "Die Titelflut mag man beklagen, aber in einem anderen System wären Titel wie "Landlust" oder "Prinzessin Lilifee" gar nicht erst auf den Markt gekommen", so Presse-Grosso-Vertreter Schiessl. "Das heutige System ist daher erhaltenswert." Helmut Markwort, Vorstand Hubert Burda Media, fügt hinzu, dass sich bei "einer Selektion in Groß und Klein" die Frage nach der Selektionshoheit stelle.

Zudem sorgte das Aufkommen neuer Anbieter, insbesondere der Pin Group, die mehrheitlich von Axel Springer geführt wird, für Gesprächsstoff. Würtenberger betonte, dass sich der Dienst primär um die Zustellung im Brief- und Abogeschäft kümmern werde. "Ich kann mir heute nicht vorstellen, selbst Grosso-Strukturen aufzubauen." Mitbewerber Markwort bekräftigte, dass er sich einen "neutralen Vertrieb" für seine Verlagsprodukte vorstelle. se



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