Verleger fordern EU-Kommission zum Durchgreifen gegen Google auf

Dienstag, 25. Juni 2013
VDZ-Präsident Hubert Burda fordert die EU-Kommission zum Handeln auf
VDZ-Präsident Hubert Burda fordert die EU-Kommission zum Handeln auf


Die europäischen Verlegerverbände, darunter der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) und der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) haben die Kompromissvorschläge von Google im Wettbewerbsverfahren der Europäischen Kommission als ungenügend zurückgewiesen. Sie fordern nun die Eröffnung eines Kartellverfahrens, sollte der Suchmaschinenriese nicht nachbessern. "Wenn Google nicht umgehend grundlegend verbesserte Vorschläge präsentiert, rufen wir die Kommission auf, alle ihr zur Verfügung stehenden rechtlichen Instrumente zu nutzen, einschließlich einer formalen Mitteilung der Beschwerdepunkte mit effektiven Abhilfemaßnahmen", fordert VDZ-Präsident Hubert Burda. Die EU-Kommission ermittelt seit 2010 gegen Google. Die Kommission wirft dem Internetkonzern unter anderem vor, seine eigenen Dienste wie Google News oder Google Places bei den Suchergebnissen bevorzugt zu behandeln. "Mindestanforderung muss sein, dass Google alle Dienste, einschließlich seiner eigenen, den genau gleichen Vorgaben unterwirft", bekräftigt BDZV-Präsident Helmut Heinen die Forderungen der Verleger.

Google hatte unter anderem angeboten, eigene Dienste bei der Suche besonders hervorzuheben oder mehr Links zu den Angeboten von Wettbewerbern anzuzeigen. Die Verleger lehnen die Vorschläge allerdings als völlig unzureichend ab. So würde eine Hervorhebung der Dienste von Google nur zu noch mehr Klicks auf diese Angebote führen. Auch bezahlte Links zu Wettbewerbern würden zu einer zusätzlichen Verfestigung der marktbeherrschenden Stellung der Suchmaschine führen.

Auch EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia hatte bereits angedeutet, dass er die Vorschläge von Google nicht für ausreichend hält. Er sei sich sehr sicher, dass die Kommission Nachbesserungen verlangen werde, sagte Almunia Ende Mai bei einer Anhörung vor dem Europäischen Parlament. dh
Meist gelesen
stats