Verleger attackieren ARD und ZDF wegen Onlineaktivitäten

Donnerstag, 04. Juli 2002

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hat einmal mehr die Gebaren der öffentlich-rechtlichen Rundfunksender im Internet kritisiert. Der Hauptgeschäftsführer der BDZV, Volker Schulze, sprach auf der Jahrespressekonferenz in Berlin von einem "unverantwortlichen Wildwuchs, der weder mit dem Auftrag der Grundversorgung, noch mit der Entwicklungsgarantie des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Einklang zu bringen ist." Rundfunkgebühren und vorhandene Infrastrukturen würden für die unbegrenzte Expansion im Internet missbraucht.

Die Zeitungsverleger forderten die Ministerpräsidenten der Länder auf, die fortwährende Ausbreitung der Sender durch klare gesetzliche Regeln zu stoppen. Im Rundfunkstaatsvertrag sei zwar festgehalten, dass das Internet-Angebot vorwiegend programmbezogen sein müsse. Diese Formulierung sei aber viel zu schwammig. Schulze wünscht sich daher ein hartes Vorgehen gegen die Rundfunksender: "Alles, was keinen direkten Bezug zum jeweiligen Programm aufweist, muss von den Internetplattformen verschwinden." Auch das im Rundfunkstaatsvertrag verankerte Verbot von Werbung und Sponsoring im Netz sei nicht ausreichend. "Es muss klipp und klar festgelegt werden, dass auch E-Commerce, Kleinanzeigenmärkte , Kooperationen mit kommerziellen Anbietern, Computerspiele, kostenlose SMS und Erotik auf den Internetseiten der Sender nichts zu suchen haben", so Schulze weiter. Mit seiner Kritik liegt der BDZV auf einer Wellenlänge mit dem Verband der privaten Rundfunk- Telekommunikationsanbieter (VPRT), der schon seit dem vergangenen Jahr Stimmung gegen das Onlineengagement der Öffentlich-Rechtlichen macht.
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