Verleger Ippen fordert neue Erlösmodelle für die dpa

Freitag, 05. Juni 2009
Verleger Dirk Ippen
Verleger Dirk Ippen

Zeitungsverleger Dirk Ippen ("Münchner Merkur", "TZ", "Hessische Niedersächsische Allgemeine" HNA) fordert, dass sich die Nachrichtenagentur dpa neue Erlösquellen abseits des klassischen Nachrichtengeschäfts erschließt. Dafür wäre eine Satzungsänderung der genossenschaftlich organisierten Agentur notwendig. "Ich plädiere dafür, dass dpa auch Geschäftsmodelle im Internet als Nachrichtenaggregator verwirklichen darf. Das ist aber nach der geltenden dpa-Satzung - wonach sie ja keine Endverbraucher beliefern darf - nicht möglich. Dazu sollten die Gesellschafter den Weg mit einer Satzungsänderung öffnen", sagt Ippen im Interview mit dem in Frankfurt erscheinenden "Medium Magazin".

Zudem muss sich die dpa nach Ansicht des Verlegers schlanker und flexibler aufstellen: "So wie wir alle in unseren Häusern muss sich sicher auch dpa neu aufstellen und fragen, wo sie in den guten Jahren womöglich zu viel Ressourcen aufgebaut hat und flexiblere Strukturen und Angebote schaffen kann. Zu Beispiel weiß ich nicht, warum dpa Zeitungen, die es allein nicht mehr stemmen können, nicht auch fertige Seiten anbieten kann." 

Der von Ippen angedachte Verzicht auf die dpa ist indes vom Tisch. Er will die Agentur weiter als Nachrichtenlieferanten nutzen: "Denn ich glaube, wir brauchen beides - also dpa und die Fähigkeit, auf dieser Grundlage etwas Eigenständiges zu machen." Die größte deutsche Nachrichtenagentur war in den vergangenen Monaten unter Druck geraten, nachdem die WAZ-Gruppe ihren Vertrag mit der dpa gekündigt hatte. Die HNA hatte sechs Wochen lang probehalber auf den Dienst verzichtet. dh
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