Verlagsgruppe Holtzbrinck stellt Zoomer.de ein

Montag, 09. Februar 2009
Holtzbrinck macht Zoomer.de dicht
Holtzbrinck macht Zoomer.de dicht

Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck macht das junge Nachrichtenportal Zoomer.de dicht. Das Portal wird Ende Februar eingestellt. Die schwierige Lage auf den Anzeigenmärkten stelle "auf absehbare Zeit die ökonomischen Erfolgsaussichten in Frage, zumal die Marketingaufwendungen zur Positionierung der neuen Marke im Internet nicht unbeträchtlich sind", teilt Holtzbrinck mit.  „Bei der aktuellen Medienkrise, die sich wahrscheinlich im Jahr 2009 noch verschärfen wird, war ein ökonomischer Durchbruch einfach nicht mehr darstellbar. Deshalb mussten wir die Konsequenzen ziehen", so Geschäftsführer Peter Neumann. Das Fazit von Chefredakteur Frank Syré: „Die richtige Idee, ein erfolgreich und mit viel Engagement umgesetztes Projekt, aber leider zur falschen Zeit gestartet."

Zoomer.de war erst vor rund einem Jahr an den Start gegangen. Mit dem Nachrichtenportal, bei dem User über die Platzierung der Beiträge entscheiden, wollte Holtzbrinck ein jüngeres Publikum erreichen. Allerdings blieben die Zugriffszahlen des ambitionierten Projekts hinter den Erwartungen zurück.

Noch im Dezember hatte Holtzbrinck das Portal einem Relaunch unterzogen, um die Zahl der Page Impressions zu steigern. Seit dem Relaunch im Dezember hatte das Portal aber deutlich an Zugriffen verloren. Im Dezember musste Zoomer ein Minus von 62 Prozent auf nur noch 1,7 Millionen Visits hinnehmen. Auch eine Kooperation mit dem NDR, um mit Videocontent mehr junge Nutzer zu erreichen, brachte nicht die erhofften Nutzerzahlen. So war Zoomer.de das erste Portal externe Portal, auf dem die "Tagesschau in 100 Sekunden" zu sehen war. Angeschoben hatte die Zusammenarbeit der langjährige Moderator der ARD-Tagesthemen, Ulrich Wickert, der als Herausgeber des Nachrichtenportals fungiert und mit einem eigenen Videoblog auf Zoomer.de präsent ist.  dh
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