Verlagsgruppe Handelsblatt wächst um 7 Prozent

Donnerstag, 15. März 2012
Zufrieden mit dem Jahr 2011: Marianne Dölz
Zufrieden mit dem Jahr 2011: Marianne Dölz


Sinkende Auflagen, einbrechende Werbeumsätze, aggressiver Gattungswettbewerb - die Probleme der Printbranche sind auch der Verlagsgruppe Handelsblatt (VHB) nicht unbekannt. Umso mehr freuen sich die Geschäftsführer Marianne Dölz und Michael Stollarz über die Zahlen aus dem vergangenen Jahr. Für 2011 verzeichnet die VHB einen Umsatz von 193 Millionen Euro und damit ein Plus von 7 Prozent. "Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis", sagt Dölz im Gespräch mit HORIZONT,  auch wenn sich das Wachstum im 4. Quartal 2011 im gesamten Printmarkt nicht so dynamisch entwickelt habe wie erhofft. Die Freude ist nachzuvollziehen, wenn man den Bogen etwas weiter spannt. 2009 verlor die VHB dramatisch Umsatz in zweistelliger Millionenhöhe. 2010 gelang der Turnaround, die Zahlen 2011 bestätigen den Kurs.

Das Konzept der Premiummarken geht auf. Die Printausgaben stemmen sich tapfer gegen den Abwärtstrend. Im 4. Quartal 2011 stieg die Zahl der "Handelsblatt"-Abonnenten um 3,3 Prozent, erstmals seit dem 1. Quartal 2010 bezogen wieder mehr als 80.000 Leser regelmäßig die Wirtschaftszeitung. Somit legten auch die Vertriebserlöse zu, jeweils zur Hälfte durch gestiegene Abozahlen und höhere Preise. Während es laut Dölz beim "Handelsblatt" eine Stagnation bei den Anzeigenerlösen gab, sind diese bei der "Wirtschaftswoche" deutlich über Markt gestiegen.

Insgesamt haben sich die Anzeigenerlöse bei der VHB mit einem Plus von 4,7 Prozent positiv entwickelt. Trotz erfreulicher Zahlen: Auch die Düsseldorfer Verlagsgruppe muss dem veränderten Mediennutzungsverhalten Rechnung tragen. Der Digitalbereich gilt als Wachstumstreiber. 2011 kletterte der Anteil der digitalen Werbeumsätze auf 14 Prozent des gesamten Anzeigenumsatzes der Gruppe. Über alle Umsatzarten liegt der Digitalanteil bei rund 10 Prozent. Ein Teil der Erlöse stammt dabei aus Paid-Content-Modellen des "Handelsblatts". "Hier gibt es immer noch Nachholbedarf", konstatiert die Geschäftsführerin.

Neben dem Digitalbereich stützt die VHB vor allem der Erfolg der Vermarktungstochter IQ Media Marketing. Das Umsatzplus von 35 Prozent im klassischen redaktionellen Onlinebereich hat sowohl mit der wiederholt positiven Reichweiten-Entwicklung der Portale von "Handelsblatt" (plus 21 Prozent) und "Wirtschaftswoche" (plus 12 Prozent) als auch mit neuen attraktiven Mandaten wie Süddeutsche.de zu tun. Sorgenkind im IQ-Portfolio bleiben hingegen die VZ-Netzwerke: Anfang 2011 kam die Gruppe aus StudiVZ, SchülerVZ und MeinVZ (FreundeVZ) noch auf 334,1 Millionen Visits. Ein Jahr später war es nur noch ein knappes Viertel davon. "Die VZ-Gruppe arbeitet an einem neuen Konzept und die IQ muss abwarten, ob es aufgeht. Die Wahrheit kommt schließlich erst mit dem Buchungsauftrag." kl

 

 
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