Verlagsgruppe Handelsblatt baut Marktposition aus und gründet Internet-Unternehmen

Donnerstag, 13. April 2000

Die Verlagsgruppe Handelsblatt konnte im ersten Quartal 2000 die gute Entwicklung von 1999 fortsetzen. Mit einem Umsatzplus von fast 34 Prozent hat die forcierte Expansionsstrategie der Verlagsgruppe im Markt Bestätigung gefunden. So habe sich die Auflage des "Handelsblatts" im 1. Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum 1999 nochmals um 12,8 Prozent erhöht. Auch mit dem Martkauftritt des neuen Anlegermagazins "Die Telebörse" zeigt sich die Verlagsgruppe zufrieden: Zehn Wochen nach dem Start gingen wöchentlich bereits über 170.000 Hefte über die Ladentische. Kräftiges Wachstum auch im Onlinebereich: Hier stieg die Nutzung sämtlicher Internetsites des Unternehmens auf über 34 Millionen Page-Impressions. Mit der Gründung der Handelsblatt Online AG soll die Strategie in diesem Geschäftsfeld künftig auf eine breite Basis gestellt werden.

Trotz einer investiven Ergebnisbelastung von 45 Millionen Mark, die 1999 unter anderem in den Relaunch des "Handelsblattes" flossen, sind nach Angaben von Heinz-Werner Nienstedt, Sprecher der Geschäftsführung, alle wirtschaftlichen Eckdaten überdurchschnittlich gestiegen. So sei der Gesamtumsatz 1999 um 29,1 Prozent auf 678,8 Millionen Mark gestiegen, der Cash-flow erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls um 29,1 Prozent auf 115 Millionen Mark. Die Umsatzrendite lag trotz der hohen Investitionen stabil bei 17 Prozent. Zuwachs auch bei den Anzeigenerlösen: Diese stiegen um 32,6 Prozent auf 381,4 Millionen Mark, die Vertriebserlöse nahmen von 238 Millionen Mark auf 297,4 Millionen zu – ein Wachstum von 25 Prozent. Als Hauptumsatzträger erwiesen sich 1999 der Geschäftsbereich Zeitungen (257,8 Millionen Mark), Magazine (168,8 Millionen Mark) und Fachmedien (106,1). Auf die elektronischen Medien entfielen 43,4 Millionen Mark. Erfreulich habe sich das Beteiligungsergebnis bei N-TV und dem VDI-Verlag entwickelt.

Darüber hinaus will die zur Holtzbrinck-Gruppe gehörende Verlagsgruppe Handelsblatt ein Internet-Unternehmen gründen. Der Arbeitstitel leutet momentan noch Handelsblatt Online AG. Wie das Unternehmen dann bei seiner Gründung heißen soll, steht derzeit noch nicht fest. Zu der Gesellschaft gehören die Websites der Wirtschaftstitel des Verlags Handelsblatt.com, Wirtschaftswoche.de, DMonline.de und die Internetsite des Werbevermarkters GWP.de. Darüber hinaus sind neue Geschäftsansätze, Beteiligungen und Partnerschaften vorgesehen. Dazu gehört das erst kürzlich bekannt gegebene Joint Venture mit Intellivision-TV. Die Ausgliederung der Internetgeschäfte in eine eigenständige Aktiengesellschaft soll die Voraussetzung schaffen, den Wachstumskurs der bereits erfolgreichen Aktivitäten durch vom Print unabhängige Gegensätze und kürzere Entscheidungswege deutlich zu forcieren. Bei Handelsblatt.com, Wirtschaftswoche.de und DMonline.de sollen die aus den Printtiteln gewachsenenen Markenidentitäten und Qualitäten gewahrt und die Synergien weiter ausgebaut werden. Ein Börsengang ist zu einem späteren Zeitpunkt geplant. Die Vorstandsmitglieder sind unter anderem Hans Zinken, Patrick Ludwig und Andreas Bossecker. Erst vor wenigen Tagen hatte die Holtzbrinck-Gruppe die Gründung der Internetfirma Networxs bekannt gegeben. In dem Unternehmen will der Verlag sämtliche Internetbeteiligungen bündeln.
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