Verlage vs. Google: Verbände loben Vorstoß der EU-Kommission

Dienstag, 22. Mai 2012
Bis zu 10 Prozent des Jahresumsatzes könnte ein Verfahren Google kosten
Bis zu 10 Prozent des Jahresumsatzes könnte ein Verfahren Google kosten


Der Kampf Verlage vs. Google geht weiter. Diesmal stellen sich die Verlegerverbände auf die Seite der EU-Kommission, die Google vorwirft, ihre Suche wettbewerbsverzerrend zu beeinflussen. "Die Entscheidung der Kommission hat die Auffassung der Verleger bestätigt, dass Google seine Marktmacht für wettbewerbsverzerrende Suchmanipulationen missbraucht", so Hubert Burda, Präsident des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ). Damit sei Fair Search auch von den Wettbewerbshütern als wichtiges Element der digitalen Welt anerkannt worden.
EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia hatte gestern den aktuellen Stand der Ermittlungen der EU-Kommission gegen Google bekanntgegeben, die seit 2010 laufen. Der Vorwurf: Google würde mit seinen Geschäftsmethoden Machtmissbrauch betreiben. Der größte Fokus liegt dabei auf eigenen Diensten von Google - wie Google News oder Google Places - die angeblich bevorzugt bei den Suchergebnissen angezeigt würden.

Nun soll Google Vorschläge für Änderungen dieser womöglich wettbewerbswidrigen Praktiken machen. Sollte dies nicht geschehen, könnten Strafen in Höhe von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes drohen. Dieser lag 2011 bei rund 37,9 Milliarden Euro.

"Im weiteren Verfahren muss die EU-Kommission eine wirksame und nachhaltige Beseitigung aller Bedenken sicherstellen", kommentiert Helmut Heinen, Präsident des Bundesverbands Deutsche Zeitungsverleger (BDZV), das Thema. Vorschläge von Google sollten von der EU-Kommission "auf Herz und Nieren" geprüft werden. Dabei dürfe die Kommission "nötigenfalls auch nicht davor zurückschrecken, das Missbrauchsverfahren konsequent fortzuführen", so Heinen. sw
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