Verlage kooperieren bei Forschung / Medienhäuser wehren sich gegen Kritik

Donnerstag, 05. Februar 2009
G+J-Manager Stan Sugarman sucht den Schulterschluss
G+J-Manager Stan Sugarman sucht den Schulterschluss

Um die Bedeutung der Gattung Print im Mediamix der Werbekunden in Krisenzeiten zu stärken, setzen die Verlage auf den Schulterschluss mit Wettbewerbern. Gegenüber HORIZONT.NET kündigt Stan Sugarman, Managing Director G+J Media Sales, eine Gemeinschaftsinitiative der Printhäuser in Sachen Marktforschung an. "Im Herbst diesen Jahres wird es die Resultate einer bislang einzigartigen Zusammenarbeit aller großen Verlage in Deutschland geben, in deren Rahmen der Wirkungsnachweis und die Schnelligkeit von Print in einem revolutionären Gattungstool belegt werden." Zwar werde in vielen Verlagen bereits intensiv Marktforschung betrieben, doch die Gattung Print insgesamt habe - im Unterschied zu TV, Radio und Plakat - in der Vergangenheit versäumt, neben gemeinsamen Markt/Media-Studien wie der Media-Analyse auch in komplexe Werbewirkungsuntersuchungen zu investieren, führt der Gruner+Jahr-Manager aus.

Gerade jetzt, in Zeiten der Budgetknappheit und des erhöhten Effizienzdrucks, fordern immer mehr Marketer eine bessere Kundenorientierung, mehr Flexibilität und Crossmedia-Angebote von Vermarktern. Hier gebe es noch zu viele Defizite, kritisieren zahlreiche Werbungtreibende. "Ich habe öfter den Eindruck, dass die Medienhäuser nur ihre Plattform vermarkten wollen, sich aber zu wenig Gedanken über den tatsächlichen Nutzen und Wert für den Kunden machen", moniert beispielsweise Tina Beuchler, die als Kommunikationschefin für Nestlé Deutschland spricht. Auch von Agenturseite kommt Kritik. Laut Jochen Preusche, Geschäftsführer von Optimedia, sieht Crossmedia noch immer als eine leere Worthülse. Es fehle an entsprechenden Konzepten und Vermarktungsstrukturen.

Gegen diese Schelte setzen sich die Medienvertreter zur Wehr. In den Augen von Martin Krapf, Geschäftsführer des RTL-Vermarkters IP Deutschland sind die Vorwürfe nichts als "Nebelbomben", die vom eigentlichen - in seinen Augen wenig entscheidungsrelevanten - Diskussionthema ablenken sollen: Preise. Egal, wie viel Medienhäuser bisher in Qualität investiert haben, letztlich entscheide der Kunde nur danach, welcher Anbieter den höheren Rabatt gewährt, ätzt krapf. bn

Mehr zu dieser Debatte lesen Sie in der aktuellen HORIZONT-Ausgabe, die am 5. Februar erscheint.
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