Verlage dürfen sich bei Google News in Szene setzen

Freitag, 28. Oktober 2011
Im Bereich Auswahl der Redaktion (rechts unten) können Verlage ausgewählte Inhalte anzeigen
Im Bereich Auswahl der Redaktion (rechts unten) können Verlage ausgewählte Inhalte anzeigen


Google reicht den Verlagen die Hand: Ab sofort können sich die Verlage bei dem von ihnen eigentlich ungeliebten Nachrichtenaggregator Google News mit ausgesuchten Inhalten präsentieren. Die  Medienhäuser bedanken sich für das Entgegenkommen mit warmen Worten bei dem Internetgiganten. In dem neuen Bereich "Auswahl der Redaktion" können Verlage selbst bestimmen, welche Inhalte angezeigt werden. "Der neue Bereich bietet Verlegern somit eine zusätzliche Möglichkeit, Online-Leser jenseits der tagesaktuellen Top-Meldungen für ihren Journalismus zu begeistern", erläutert Google den Nutzen für die Verlage. Neun führende Nachrichtenangebote haben die Einladung von Google bislang dankbar angenommen: Zeit Online, Spiegel.de, Sueddeutsche.de, Welt.de, Stern.de, Handelsblatt Online, Focus Online, Bild.de und der Tagesspiegel.

"Nachrichtenseiten leben von ihrer eigenen Stimme, ihrer eigenen Analyse und Expertise zum Weltgeschehen. Wir freuen uns, dass Google herausragenden Journalismus durch eine herausragende Präsentation besser an neue Leser bringt, die uns noch nicht regelmäßig lesen - und dass Exzellenz auf dem Newsmarkt stärker belohnt wird", lobt Stefan Plöchinger, Chefredakteur von Sueddeutsche.de den neuen Bereich. Daneben hat Google wohlwollende Statements bei Spiegel-Online-Geschäftsführerin Katharina Borchert und Handelsblatt-Chefredakteur Oliver Stock eingeholt: "Es ist gut, dass der Fokus zunehmend wieder auf Qualität statt auf Quantität gelegt wird und der Leser noch leichter Zugang zu dem erhält, was dann optisch wie journalistisch aus dem täglichen Nachrichtenstrom herausragt und uns als Medium unverwechselbar macht. Wir freuen uns auf das Experiment 'Auswahl der Redaktion'", wird Borchert zitiert.

Man wird sehen, ob diese Appeasement-Politik von Google den seit Jahren schwelenden Konflikt mit den Verlegern beenden kann. Vielen Verlagen sind Nachrichtenaggregatoren wie Google News eigentlich ein Dorn im Auge: Sie werfen Google vor, kostenlos fremde Inhalte zu nutzen und haben wiederholt eine angemessene Umsatzbeteiligung gefordert. Google verweist dagegen stets darauf, dass man den Nachrichtenportalen der Verlage zusätzliche User zuführe, redaktioneller Content nur für einen sehr geringen Teil des Traffics sorge und jeder Verlag selbst entscheiden könne, ob seine Inhalte bei Google auffindbar sind oder nicht. dh
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