Verlage drängen ins nationale Briefgeschäft

Freitag, 11. Juni 2004

Nach der Attacke der Deutschen Post mit der Hauswurfsendung "Einkauf Aktuell", rüsten die deutschen Großverlage nun zum Gegenschlag. Nach einem Bericht des Holtzbrinck-Titels "Handelsblatt" planen die großen deutschen Zeitungsverlage gemeinsam mit der holländischen Post TPG und Hermes Logistik eine Allianz im Briefgeschäft. Damit könnte der erste nationale Konkurrent der Deutschen Post entstehen. Die Verlage planen dem Bericht zufolge offenbar eine Beteiligung an EP Europost, dem Joint Venture von TPG (71 Prozent der Anteile) und Hermes (29 Prozent) im Briefgeschäft. Das Postgeschäft ist für viele Verlage ein Zusatzgeschäft im Bereich der Zeitungszustellung.

Hermes ist die Paket- und Logistiktochter des Hamburger Versandhändlers Otto. TPG bietet unter den Marken TNT und Royal TPG Post weltweit Post-, Express- und Logistikdienste an und setzte 2003 11,9 Milliarden Euro um. Der Allianz von Europost mit den Verlagen gehören Axel Springer, die WAZ- und die Holtzbrinck-Gruppe an. Das Briefmonopol der Post wird in Deutschland Ende 2007 auslaufen. Laut Bonner Regulierungsbehörde erreichte der Postmarkt 2003 ein Volumen von 23 Milliarden Euro. Rund zwei Drittel des Postmarktes, im Wesentlichen die Paketdienste, aber auch Teile des Briefmarktes, sind bereits für den Wettbewerb geöffnet. Der Umsatz im Briefmarkt beträgt 10,1 Milliarden Euro. nr
Meist gelesen
stats