Verlag Axel Springer droht Minister Clement

Mittwoch, 14. Mai 2003

Der Axel Springer Verlag will vor Gericht ziehen, wenn Wirtschaftsminister Wolfgang Clement der Verlagsgruppe Holtzbrinck den Kauf der "Berliner Zeitung" unter Beibehaltung des "Tagesspiegel" genehmigen sollte. In einem Schreiben an Clement wirft das Berliner Verlagshaus dem Superminister zudem Verfahrensfehler vor.

Der Minister hatte Holtzbrinck aufgefordert, den defizitären "Tagesspiegel" zum Verkauf zu stellen. Der Stuttgarter Verlag hatte daraufhin Sal. Oppenheim mit den Verhandlungen beauftragt. "Jetzt soll auch noch eine dritte Stelle feststellen, dass der ,Tagesspiegel' nicht zu veräußern ist", kommentiert "Tagesspiegel"-Geschäftsführer Joachim Meinhold die Entscheidung.

"Grundsätzliches Interesse" bekundet jedoch Verleger Dirk Ippen im Gespräch mit der "Stuttgarter Zeitung". Auch die Verlagsgruppe Bauer betrachtet "jedes gute Angebot aufmerksam", erklärt Geschäftsführer Manfred Bauer gegenüber HORIZONT.

Der von Clement angeordnete Verkauf bildet den vorläufigen Höhepunkt im Streit zwischen Kartellamt und Holtzbrinck. Die Bonner Behörde hatte den Stuttgartern untersagt, "Tagesspiegel" und "Berliner Zeitung" unter einem Dach zu führen. Kartellamtspräsident Ulf Böge: "Wir wenden nur Gesetze an. Manche Unternehmen sind eben nicht an den Wunschpartner veräußerbar." Mehr dazu in der kommenden Ausgabe von HORIZONT. pap/sch
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