Verena Wiedemann bekommt dicke Abfindung von der ARD

Donnerstag, 27. Oktober 2011
Verena Wiedemann hat sich mit der ARD geeinigt
Verena Wiedemann hat sich mit der ARD geeinigt

200.000 Euro Abfindung und ein wohlwollendes Arbeitszeugnis erhält die ehemalige ARD-Generalsekretärin Verena Wiedenmann von ihrem ehemaligen Arbeitgeber. Damit ist die Streit zwischen der Wiedemann und der ARD, der im Frühjahr für Schlagzeilen sorgte, offiziell beigelegt. Das Amt des Generalsekretärs soll trotz der Querelen neu besetzt werden. Der Fall, der im März publik wurde, warf kein gutes Licht auf die internen Machtstrukturen der ARD: Wiedemann, 2006 zur ersten Gerenalsekretärin der ARD berufen, warf den mächtigen Intendanten der ARD massives Mobbing vor und verklagte ihren Arbeitgeber auf Schadenersatz und Schmerzensgeld. Ein Prozess, der wohl für erhebliches öffentliches Aufsehen gesorgt hätte, konnte durch den jetzt publik gewordenen Vergleich quasi in letzter Minute verhindert werden. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, bekommt Wiedemann als Ausgleich für den Verlust ihres Arbeitsplatzes - eine Vertragverlängerung hatte die Juristin abgelehnt - eine Abfindung von 200.000 Euro. Zudem hat sich die ARD verpflichtet, Wiedemann ein Arbeitszeugnis mit der Note "sehr gut" auszustellen. Im Gegenzug lässt sie ihre Vorwürfe gegenüber der ARD fallen.

Wiedemann hatte als erste Generalsekretärin der ARD den Senderverbund als oberste Repräsentantin vor allem nach außen vertreten sollen - war aber in den letzten Jahren kaum mehr öffentlich in Erscheinung getreten. Offenbar tat sich die Juristin schwer, sich gegen die mächtigen Intendanten durchzusetzen. Nach der Darstellung Wiedemann wurde sie von den ARD-Landesfürsten systematisch ausgegerenzt.

Klar ist: Das vor fünf Jahren mit großen Erwartungen eingeführte Amt des Generalsekretärs ist mittlerweile in die völlige Bedeutungslosigkeit abgerutscht. Die ARD will den Posten dennoch beibehalten und neu besetzen. Die Suche nach einem geeignten Kandidaten läuft angeblich. Der Nachfolger von Verena Wiedemann muss wieder bei Null anfangen. dh
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