Verbraucherschützer gehen gegen Soziale Netzwerke vor

Mittwoch, 15. Juli 2009
VZBV-Vorstand Gerd Billen nimmt Facebook & Co. aufs Korn
VZBV-Vorstand Gerd Billen nimmt Facebook & Co. aufs Korn

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) nimmt die Anbieter Sozialer Netzwerke ins Visier. Die Verbraucherschützer haben gegen die Betreiber von Myspace, Facebook, Lokalisten.de, Wer-kennt-wen.de und Xing Unterlassungsverfahren eingeleitet. Darin geht es um die Datenschutzbestimmungen der Anbieter, die den Plattformen weitgehende Rechte einräumen und die Nutzer nach Ansicht des Verbands benachteiligen. "Dem Betreiber alle Rechte - dem Verbraucher bleibt das Schlechte: nach diesem Motto scheinen die Sozialen Netzwerke viel zu häufig zu verfahren", sagt Verbandsvorstand Gerd Billen. "Wir hatten angesichts einer Vielzahl von Selbstverpflichtungen und anderen Erklärungen der Betreiber nicht mit solch schlechten Standards gerechnet."

Die Verbraucher wüssten häufig nicht, worauf sie sich mit der Zustimmung zu den zu den Geschäftsbedingungen und Datenschutzregelungen einlassen. Die Plattformen können von den Daten der angemeldeten Nutzer in vollem Umfang Gebrauch machen. Auch der Umgang mit Urheberrechten in den Communties wird von den Verbraucherschützern kritisiert. So treten die Nutzer die Rechte an hochgeladenen Bildern häufig unwissentlich an die Anbieter ab.

Die Verbraucherzentrale hat hat daher zusammen mit 80 internationalen Verbraucherschutzverbänden im Mai ein Papier mit Forderungen an Betreiber Sozialer Netzwerke und die Politik erarbeitet.

Sollten die betroffenen Unternehmen nicht auf die Abmahnungen reagieren, will der VZBV auch gerichtlich gegen die Anbieter vorgehen. Gegen die zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck gehörende Community StudiVZ läuft bereits ein Verfahren.

Joel Berger, Chef von Myspace Deutschland, sagte in der "Tagesschau", man sei von dem Verfahren überrascht und werde nun zunächst die Vorwürfe prüfen. dh
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