"Verbrannte Jahre": Mark Zuckerbergs erstes Interview nach dem Börsengang

Mittwoch, 12. September 2012
Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat viel vor
Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat viel vor


Facebook-CEO Mark Zuckerberg hat auf der Konferenz Techcrunch Disrupt sein erstes Interview nach dem verpatzten Börsengang seines Unternehmens gegeben. Im Gespräch mit Techcrunch-Gründer Michael Arrington gab Zuckerberg Fehler in der Vergangenheit zu, blickte jedoch optimistisch in die Zukunft.
Die Mobile-Strategie werde der entscheidende Faktor für die Performance von Facebook, verkündetete Zuckerberg gleich zu Beginn des Gesprächs und berührte damit den Punkt, der als der wundeste des sozialen Netzwerks gilt: Die meisten Mitglieder loggen sich mittlerweile von mobilen Endgeräten bei Facebook ein, dort zeigt das Unternehmen jedoch keine Werbung.

Seit dem IPO ("Das war enttäuschend") habe sich allerdings einiges getan, so Zuckerberg: Man habe die Apps verbessert, verzeichne mehr User die mehr Zeit auf dem Netzwerk verbringen - und langfristig werde Facebook mit Mobile-Nutzern mehr Geld verdienen als mit Desktop. Konkrete Maßnahmen - etwa zur Integration von Anzeigen in den Newsfeed der Mobil-Version - verkündete Zuckerberg jedoch nicht.

Man darf jedoch davon ausgehen, dass der erst 28-jährige Facebook-CEO bereits Ideen in der Schublade hat. Denn Zuckerberg hat mit Sicherheit keine Lust auf zwei weitere "verbrannte Jahre". So bezeichnete er die Zeit, in der Facebook für seine App auf den HTML5-Standard setzte, was die Anwendung sehr langsam gemacht habe. "Der größte Fehler den wir gemacht haben", so Zuckerberg.

Eine klare Absage erteilte Zuckerberg den Gerüchten, wonach Facebook an der Entwicklung eines eigenen Handys arbeite. "Es ist reizvoll zu behaupten, dass wir ein Handy bauen, deswegen schreiben die Leute auch darüber. Es wäre für uns aber ganz klar die falsche Strategie." Dafür überraschte der Facebook-Chef mit der Ankündigung, eine eigene Suchmaschine entwickeln zu wollen. Der Bedarf sei da: immerhin erhalte Facebook eine Milliarde Suchanfragen am Tag. Wohl nicht nur ein Versuch, Google Nutzer abzujagen, sondern wohl auch, um das Geschäftsmodell des Suchgiganten anzuwenden: Google macht den Löwenanteil seines Umsatzes mit neben den Suchergebnissen eingeblendeten Werbeanzeigen. ire

Das ganze Interview bei Techcrunch
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