Verband der Anzeigenblätter zeigt sich optimistisch

Montag, 27. Oktober 2003

"Die Entwicklung der Anzeigenblätter ist Rezession und Werbekrise zum Trotz stabil." Zu diesem Ergebnis kam Heiner Urhausen, Geschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) am Freitag auf den Medientagen München. Zum ersten Mal war der BVDA auf dem Branchentreff präsent.

Für die Werbewirtschaft hat die Gattung an Bedeutung gewonnen, so der Tenor der Experten auf der zentralen Diskussionsrunde. Frank Meyer, Director Trade Department der Hamburger Agentur Initiative Media, bemängelte indes, dass es nicht genügend objektiv erhobene Leistungswerte auf Titelebene gebe. Die Allensbacher Markt- und Werbeträger-Analyse könne allenfalls Daten über die gesamte Gattung Anzeigenblätter liefern, nicht aber für einzelne Titel. Damit sei eine Bewertung der Titel sehr schwierig und aufwendig. Hilfreich bei der Beurteilung wären die Rücklaufquoten aus den Filialen. "Allerdings sind die Unternehmen auf diesem Gebiet sehr zurückhaltend", monierte Meyer.


Dem widersprach BVDA-Vize Helmut Zelzer, Geschäftsführer der Wochenblatt-Verlagsgruppe in Landshut. Mediaagenturen könnten sich in vielen Fällen an Verlage wenden, die in Anzeigen-Kombis zusammengeschlossen agieren und durchaus titelübergreifend Mediadaten übersichtlich und für die Agenturen leicht nachvollziehbar bereitstellten.

Gut akzeptiert zeige sich das Medium bei der Bevölkerung. "Kein anderes Medium zeigt eine größere Nähe zu den Bürgern und repräsentiert stärker den Individualmarkt", erklärte Petra Dorsch-Jungsberger vom Institut für Kommunikationswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Insgesamt sind im BVDA 199 Verlage mit 749 Titeln (Stand: 1. Januar 2003) bei einer wöchentlichen Auflage von 52,5 Millionen Exemplaren vertreten. nr
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