Verbände kritisieren Digitalstrategie von ARD und ZDF

Freitag, 06. Juli 2007

Nach der harschen Kritik des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) an den Digitalisierungsplänen von ARD und ZDF schlägt nun auch der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) in dieselbe Kerbe. Nach Ansicht des Verbands gefährdeten die digitalen Expansionspläne der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten die Medienvielfalt in Deutschland. "Die geplante Ausdehnung staatlich finanzierter Online-Medien würde die wirtschaftliche Basis der freien Presse und damit die Pressevielfalt in der digitalen Welt gefährden", befürchtet Christoph Fiedler, Leiter Europa und Medienpolitik des VDZ. Erst vor wenigen Tagen hatte der VPRT den öffentlich-rechtlichen Sendern eine "aggressive und ungezügelte Expansion" und den Intendanten einen "vollkommenen Realitätsverlust" vorgeworfen.

Anlass der Kritik sind die kürzlich vorgestellten Pläne der ARD, ab September unter ARD.de ein umfangreiches Audio- und Videoportal einzurichten. Auch das ZDF stellt zahlreiche Programme online zur Verfügung. Der ARD-Vorsitzende Fritz Raff hat die Kritik inzwischen als "völlig überzogen" zurückgewiesen. Die Pläne der ARD seien eine maßvolle und an den finanziellen Möglichkeiten orientierte Weiterentwicklung.

Die privatwirtschaftlichen Verbände fordern, dass der von der EU geplante "Public Value Test", dem die Angebote der Öffentlich-Rechtlichen künftig unterzogen werden sollen, im Staatsvertrag verankert werden: "Justiziable, überprüfbare Bedindungen, zu denen der öffentlich-rechtliche Rundfunk seine Aktivitäten ausweiten kann, sind dringend geboten", meint Tobias Schmid, Leiter Medienpolitik von RTL und Vizepräsident des VPRT. dh

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