Vanity Fair kommt mit zwei Covern

Dienstag, 06. Februar 2007

Zum heutigen Kioskstart erscheint das Wochenmagazin "Vanity Fair" mit zwei Covern. Unter dem ersten, dass auf schwarzem Hintergrund "Das neue Magazin für Deutschland" ankündigt, verbirgt sich ein weiteres Cover mit dem deutschen Schauspieler Til Schweiger.

Die crossmediale Einführungskampagne der Berliner Agentur Römer Widlberger setzt vor allem auf die Vermittlung des Claims. Im ersten Jahr investiert der Verlag Condé Nast, der das künftig jeweils donnerstags erscheinende Gesellschaftsmagazin herausgibt, einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag in die Werbung. Für die Planung sind GFM-OMD in Hamburg (TV und Online) sowie Mediaedge CIA in Düsseldorf (Plakat, Print und Funk) zuständig.

Das Magazin soll die "neue Leistungselite Deutschlands" erreichen und erscheint mit einem Startpreis von nur einem Euro. Für Abonnenten zumindest bleibt er vorerst extrem niedrig: Sie zahlen wahlweise für die kommenden 50 Ausgaben insgesamt 50 Euro, für die kommenden 10 Ausgaben 10 Euro oder für die nächsten 6 Ausgaben 4 Euro. Damit liegt der Titel deutlich unter dem mittelfristig angepeilten Korridor zwischen 2,40 Euro und 3,50 Euro und ist auch weit entfernt von dem Ziel, langfristig zum teuersten Titel im Segment der wöchentlich erscheinenden Zeitschriften zu werden. Nicht nur der Preis überrascht, auch der Starttermin: Die erste Ausgabe sollte ursprünglich erst am Donnerstag erscheinen.

Das erste Heft kommt mit einer Druckauflage von einer halben Million Stück daher. Die Grantieauflage beträgt moderate 120.000 Exemplare. Das Heft umfasst rund 320 Seiten, davon mehr als 100 Anzeigen. Inhaltlich warten Chefredakteur Ulf Poschardt und sein knapp 75-köpfiges Redaktionsteam in Berlin mit gesellschaftlichen und politischen Themen auf. In der Erstausgabe veröffentlicht das Blatt Auszüge aus dem Tagebuch der ermordeten russischen Journalistin und Putin-Kritikerin Anna Politkovskaja.

Mit "visueller Opulenz", "intellektueller Tiefe" und "aktualitätsbezogenem Qualitätsjournalimus" (Condé Nast) will Verlagschef Bernd Runge ein neues Segment im wöchentlichen Markt eröffnen. "Vanity Fair" soll zum einen den Peoplemagazinen "Bunte", "Gala" und "Intouch", zum anderen "Spiegel", "Focus" und vor allem der Wundertüte "Stern" Leser abjagen. Gruner + Jahr reagiert bereits mit Kampagnen "Park Avenue" sowie "Gala" und einer erweiterten Peopleberichterstattung im "Stern".

Runge will den Copypreis laut "FAZ"-Interview zügig auf 2 beziehungsweise 3 Euro erhöhen. Mittelfristig würde er "Vanity Fair" gerne zum teuersten Titel unter den wöchentlich erscheinenden Magazinen machen (HORIZONT 3/2007). Die Obergrenze markiert derzeit der "Spiegel" mit 3,50 Euro. Condé Nast steckt einen 8-stelligen Betrag in den Launch des Magazins und will innerhalb von drei Jahren operativ schwarze Zahlen schreiben. pap
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