VPRT will Digitalsender von ARD und ZDF auf den Prüfstand stellen

Freitag, 20. Juli 2012
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Der Privatsenderverband VPRT nutzt die Forderung des MDR-Rundfunkrats nach einem gemeinsamen Jugendkanal von ARD und ZDF für eine neue Attacke gegen die digitalen Kanäle der Öffentlich-Rechtlichen. Das gesamte Digitalkanal-Konzept von ARD und ZDF sei gescheitert und müsse auf den Prüftstand, findet VPRT-Präsident Jürgen Doetz. Die Forderungen nach einem Jugendkanal dokumentiere einmal mehr "die unausgegorene Programmstrategie der Anstalten", wettert Doetz. "Fest steht: Der Digital-Auftrag mit sechs Kanälen ist auf breiter Basis gescheitert - und die Hauptprogramme überaltern weiter vor sich hin." Die Medienpolitik sei dringend aufgerufen, die entsprechende Sonderbeauftragung aus dem Gesetz zu streichen. "Sie muss alle Kanäle auf den Prüfstand stellen und den öffentlich-rechtlichen Auftrag insgesamt präzisieren. In diese Überlegungen ist auch das Hörfunkangebot einschließlich der Webchannels einzubeziehen", so Doetz weiter.

Darüberhinaus hält Doetz den Sendern ihre "verschwindend geringe Zuschauerresonanz" vor - nicht ohne sich zugleich darüber zu beschweren, dass der "noch relativ erfolgreiche Sender ZDF Neo teilkommerziell zu Lasten der privaten Programmanbieter" ausgerichtet werde.

Schreite die Politik nicht ein, wachse die Gefahr, dass die Legitimation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks weiter beschädigt werde. Beruhigend: Der private Rundfunk will sich auch weiterin "engagiert" an dieser Diskussion beteiligen - "im Interesse einer leistungsfähigen Kreativwirtschaft und eines ausgewogenen dualen Systems". dh
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