VPRT wehrt sich gegen Umwandlung von Spartensendern von ARD und ZDF

Donnerstag, 20. November 2008
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Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) wehrt sich gegen die geplante Umwandlung der öffentlich-rechtlichen Spartensender Eins Festival und ZDF Familienkanal in "unterhaltende Vollprogramme" für jüngere Zielgruppen. Bei ihrer heutigen Mitgliederversammlung in Frankfurt am Main hat der Verband die Medienpolitik davor gewarnt, der Neupositionierung der Kanäle im 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag zuzustimmen. Die Umwandlung sei "eine absurde medienpolitische Fehlentwicklung und ein glatter Bruch der Vereinbarung zwischen Brüssel und der Bundesrepublik" und würde zudem den Verlust von circa 155 Millionen Euro bei privaten Sendern nach sich ziehen. "Es ist schon bemerkenswert, mit welcher Dreistigkeit ARD und ZDF die Länder an der Nase herumführen", sagt VPRT-Vizepräsident Tobias Schmid: "Die geplanten Sender stellen einen Frontalangriff auf die Kernbereiche des kommerziellen Fernsehens bei gleichzeitiger Preisgabe der eigentlichen öffentlichen Aufgaben dar. Es ist nun an der Politik, zu entscheiden, ob sich derart vorführen lassen will." Schmid forderte, dass die Programme den sogenannten Drei-Stufen-Test durchlaufen müssten, um eine gesellschaftliche Diskussion über weitere gebührenfinanzierte Programme zu ermöglichen.

Die ARD weist die Darstellung des VPRT mit deutlichen Worten zurück. Man wolle Eins Festival keineswegs zu einem Vollprogramm machen. "Der VPRT wirft kurz vor der Verabschiedung des 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrags noch einmal Nebelkerzen. Von dieser abenteuerlichen Irreführung werden sich aber weder die Politik noch die Öffentlichkeit verunsichern lassen", sagt ARD-Sprecher Peter Mayer. Eins Festival solle ein Spartenkanal "für junge bildungs- und kulturaffine Zuschauerinnen und Zuschauer" werden. dh
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