VPRT kündigt Beschwerde über WDR-Kooperation an

Dienstag, 10. Juni 2008
Kündigt Widerstand an: VPRT-Präsident Jürgen Doetz
Kündigt Widerstand an: VPRT-Präsident Jürgen Doetz

Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) will sich bei der Rechtsaufsicht des WDR über die Kooperation der öffentlich-rechtlichen Anstalt mit dem WAZ-Konzern beschweren. "Wir werden das Feld nicht kampflos überlassen", sagt VPRT-Präsident Jürgen Doetz gegenüber HORIZONT. Die ARD-Anstalt und der Zeitungsverlag hatten ihre Kooperation im März angekündigt, die unter anderem den Bezug von Bewegtbildern für die Internetportale der WAZ beinhaltet. Die Zusammenarbeit ist umstritten, weil der Essener Zeitungsriese gegenüber anderen Konkurrenten im Vorteil sein könnte. "Auch wenn so etwas laut Brüssel zulässig sein kann - wir müssen wegen der gründsätzlichen Bedeutung dieses Projektes auch für zukünftige öffentlich-rechtliche Kooperationen mit Privaten die Spielregeln klären lassen", begründet Doetz den Vorstoß.

ARD-Vorsitzender Fritz Raff verteidigt die Kooperation: "Wir beurteilen das ARD-weit positiv", sagt er. "Wir werden nur Beiträge zur verfügung stellen, die bereits gelaufen sind und die auch als unsere ebiträge erkennbar bleiben." Raff geht davon aus, dass die gebührenfinanzierten Anstalten noch mehr Kooperationen mit Verlagen eingehen werden, sobald der 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag in Kraft tritt, der regelt, was die öffentlich-rechtlichen Sender im Internet dürfen und was nicht.

Das ganze Interview mit Fritz Raff und Jürgen Doetz in Horizont 24/2008 vom 12. Juni 2008
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