VPRT kritisiert Drei-Stufen-Test des ZDF

Donnerstag, 27. August 2009
VPRT ist unzufrieden mit dem "Drei-Studen-Test" des ZDF
VPRT ist unzufrieden mit dem "Drei-Studen-Test" des ZDF

Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) kritisiert das Drei-Stufen-Testverfahren der Telemedienangebote des ZDF. Der Verband schickte dazu zwei Stellungnahmen an den ZDF-Fernsehrat. Demnach genügen die Angebotsbeschreibungen den Anforderungen des Drei-Stufen-Tests nicht und müssen daher vor Genehmigung überarbeitet werden. "Beim Konzept wird offenbar dem Motto 'Mut zur Lücke' gefolgt. Dies darf vom Fernsehrat nicht belohnt werden", so VPRT-Präsident Jürgen Doetz. Das Konzept beschreibe die Angebote zu allgemein und lasse Themenportale aus den Bereichen Musik, Film, Dokumentation komplett außen vor. Außerdem blieben die Angebote zu lange online verfügbar. So würden Vorhaltefristen zwischen 3 Monaten und 5 Jahren angegeben. Gegen ein gesetzliches Verbot sollen sogar Sendungsausschnitte online verwertet werden.

Unzufrieden ist der Verband auch mit der Beschreibung der Wettbewerber, die viele Mitglieder des VPRT unberücksichtigt lässt. Darüber hinaus sind die Anmerkungen zu den Konsequenzen für den Markt für die Privatsender problematisch. "Die marktlichen Auswirkungen der Onlineangebote werden vom ZDF mit Verweis auf die Werbefreiheit und die vermeintlich geringe Nutzung durch das Konzept pauschal negiert.", so Doetz.

Der VPRT appelliert an den Fernsehrat, den Intendanten zur Nachbesserung aufzufordern und das weitere Verfahren transparent auszugestalten. Möglich sei auch eine Einbeziehung von Experten.
Der VPRT hält es für sinnvoll, dass Gesetzgeber, die Verantwortlichen in den Gremien und den Anstalten sowie die betroffenen Marktteilnehmer gemeinsam ein Konzept verabschieden, mit dem die gebührenfinanzierten Onlineangebote fortlaufend identifiziert werden und einen auf das Angebot zugeschnittenen Drei-Stufen-Test durchlaufen. HOR
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