VPRT fordert gemeinsame Aufsicht für Öffentlich-Rechtliche und Private

Montag, 28. Januar 2013
VPRT-Boss Tobias Schmid
VPRT-Boss Tobias Schmid

Tobias Schmid, seit Dezember Vorstandsvorsitzender des privaten Rundfunkverbandes VPRT, fordert in der "Wirtschaftswoche" eine gemeinsame Aufsicht für ARD und ZDF sowie die privaten Sender. Zumindest die Bewertung von möglichen Programmverstößen solle einheitlich und unabhängig erfolgen. "Heute bleiben Verstöße bei ARD und ZDF ohne Sanktionen", kritisiert Schmid in der Zeitschrift. Beim privaten Rundfunk dagegen würden Programmverstöße durch Aufsichtsbehörden festgestellt - und auch geahndet. ARD und ZDF werden von eigenen Gremien kontrolliert. "Das hat schon im Kindergarten nicht funktioniert. Daher sind wir für eine Kontrolle aus einer Hand, durch anerkannte Experten", sagt Schmid.

Anlass für die Forderung ist die aktuelle Diskussion um Schleichwerbung in der ZDF-Show "Wetten, dass ...?". Christoph Gottschalk, der Bruder des Moderators Thomas Gottschalk, soll mit seiner Firma Dolce Media, Verträge über Produktplatzierungen geschlossen haben. Diese sind im öffentlich-rechtlichen Rundfunk jedoch verboten.

Schmid schlägt vor, dass unabhängige Medienwächter die Einhaltung von Werbe- und Jugendschutzrichtlinien in den öffentlich-rechtlichen Sendern kontrollieren. Entdecken sie Verstöße sollen anschließend die Räte von ARD und ZDF auch Sanktionen verhängen können. "Folgenlos wie bislang dürfen die Verstöße jedenfalls nicht bleiben", fordert Schmid, der hautpamtlich Cheflobbyist der Mediengruppe RTL Deutschland ist. pap
Meist gelesen
stats