VPRT fordert Verlage zum Beitritt zu Content Allianz auf

Mittwoch, 20. April 2011
VPRT-Chef Jürgen Doetz sucht den Schulterschluss mit den Verlagen
VPRT-Chef Jürgen Doetz sucht den Schulterschluss mit den Verlagen

Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) hofft, dass sich auch die Verleger der vergangenen Woche gegründeten Deutschen Content Allianz anschließen werden. In der Organisation hatten sich die öffentlich-rechtlichen Sender, private Rundfunkanbieter sowie weitere Spitzenverbände zusammengeschlossen, um Themen voranzubringen, die alle Inhalteanbieter gleichermaßen betreffen. "Ich wäre froh, wenn die Verlage nach der Osterpause dazu stoßen würden", sagte VPRT-Präsident Jürgen Doetz gestern in Berlin. Der Bundesverband der Zeitungsverleger (BDZV) und der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) prüfen den neuen Zusammenschluss noch. "Wenn wir gemeinsam in Erscheinung treten, haben wir eine ganz andere Power, als wenn jeder mit seinen Einzelinteressen und damit eine zerstrittene Gruppe auftaucht", so Doetz weiter.

Der Schulterschluss zwischen ARD und VPRT hatte vergangene Woche einige Beobachter überrascht, weil sich die beiden Kontrahenten auf anderen Gebieten wie zum Beispiel bei Werbeverboten oder Rechteeinkauf erbittert beharken. Doch die neue große Frontlinie ist aus Doetz Sicht nicht mehr Privat- versus Gebührenfunk, sondern verläuft zwischen Inhalteproduzenten auf der einen und Übertragungsnetze- und Plattformbetreibern auf der anderen Seite.

Während der Rundfunk auf Länderebene geregelt wird, fällt die Regulierung der Netze in die Zuständigkeit des Bundes. Aus Sicht des Rundfunks führt diese Spaltung dazu, dass die wenigen, aber dafür großen und gut organisierten Telekommunikationsanbieter besser gehört und in der Regulierung bevorzugt werden. "Unsere Wahrnehmung ist, dass die Politik in Europa und auf Bundesebene bereit ist, der Netzpolitik Priorität gegenüber den Inhalteanbietern einzuräumen und die Inhalteanbieter damit in die Defensive zu rücken", sagt Doetz. Er appelliert an die Beteiligten auf allen Seiten die gegenseitigen Abhängigkeiten zu akzeptieren. "Wir sind das Öl und die Netzeanbieter die Pipeline. Wir brauchen einander", sagt der Verbandspräsident.

Der Deutschen Content Alliant gehören derzeit neben VPRT, ARD und ZDF an: Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der Bundesverband Musikindustrie, die Gema, die Produzentenallianz und die Spio. pap
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