VHB stellt "Junge Karriere" ein / Zukunft von 12 Mitarbeitern unklar

Montag, 07. Dezember 2009
Aus für Junge Karriere
Aus für Junge Karriere

Die Wirtschaftskrise fordert ihr nächstes Opfer: Die Verlagsgruppe Handelsblatt (VHB) stellt Anfang 2010 das Nachwuchsmagazin "Handelsblatt Junge Karriere" ein. Derzeit arbeiten zwölf Mitarbeiter in der Redaktion des Titels. Wie es mit ihnen weitergeht, sei noch nicht entschieden, sagt die zuständige Objektleiterin Janina Hantke auf HORIZONT.NET-Anfrage. Die Redaktion hatte bis Anfang November auch die wöchentliche "Handelsblatt"-Beilage "Perspektiven" produziert, die mit dem Relaunch Anfang November ebenfalls weggefallen ist. Stattdessen sollen die Karrierethemen in der Wirtschaftszeitung selbst verstärkt werden. Im Heft geschieht dies über das Ressort "Karriere am Freitag". Außerdem soll das Sonderheft "Handelsblatt Karriere Abi" mit eigenständigem Vertrieb und monothematischen Beilagen erscheinen. Im Netz will die VHB das Nachrichtenportal Karriere.de als zentrale Seite für alle Titel der Gruppe etablieren.

Wie das gesamte Segment Wirtschaftspresse leidet die Düsseldorfer Verlagsgruppe deutlich unter der Wirtschaftskrise und rechnet allein für das "Handelsblatt" für 2009 mit einem Verlust in Millionenhöhe. Zur VHB gehört auch noch die "Wirtschaftswoche", eines der anzeigenstärksten Magazine Deutschlands, das zuletzt ebenfalls deutlich unter Vorjahr lag und von einem Verlust ausgeht. Das Nachwuchsmagazin einzustellen dürfte ebenfalls der aktuellen Entwicklung geschuldet sein.

Im Rahmen das Sparprogramms hat Chefredakeur Bernd Ziesemer das "Handelsblatt" auf Tabloid-Format umgestellt und hofft damit außerdem die Zeitung zu verjüngen und neue Zielgruppen anzusprechen. Auch die Konkurrenten haben bereits massiv umgebaut und eingespart. Bereits vergangenes Jahr hatte Konkurrent Gruner + Jahr die Redaktionen der Wirtschaftstitel "Financial Times Deutschland", "Impulse", "Börse Online" und "Capital" zusammengelegt, um Kosten zu sparen. Ein Weg, der für Dieter von Holtzbrinck, der die VHB dieses Jahr  von seinem Halbbruder Stefan zurückgekauft hat, bislang keine Option ist. Axel Springer ("Euro", "Euro am Sonntag") hat dagegen versucht, sich ganz von dem defizitären Segment zu trennen. pap
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