VDZ wehrt sich gegen geplante Steuererhöhung

Dienstag, 03. Dezember 2002

Vertreter führender deutscher Verlage wehren sich gegen die geplante Steuererhöhung für Zeitschriften und Bücher, die Extras wie zum Beispiel CDs oder Aufklebern enthalten. Nach den Plänen der rot-grünen Regierung sollen die so genannten Kombi-Artikel künftig mit dem vollen Mehrwertsteuersatz von derzeit 16 Prozent belastet werden, statt mit den bisher für Bücher und Zeitschriften gültigen 7 Prozent. Die Regierung erhofft sich davon Mehreinnahmen von 50 Millionen Euro. Aus Sicht von Wolfgang Fürstner, Geschäftsführer des Verlags Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) eine utopische Summe: "Die Mindereinahmen wurden nicht mitgerechnet", kritisiert er.

Wenn die Erhöhung umgesetzt wird, sehen sich die Verlagshäuser gezwungen, Buch- und Copypreise entsprechend anzuheben. "In vielen Fällen würde das die wenig kaufkräftige Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen, die die Zeitschriften von ihrem Taschengeld bezahlt", fürchtet Moritz von Laffert, Geschäftsführer der Springer-Tochter AS Young Mediahouse, die unter anderem "Mädchen" und "Musikexpress" herausgibt. In der Folge sei mit sinkenden Auflagen zu rechnen, im mit 50 Titeln hart umkämpften Segment der Musiktitel sogar mit Einstellungen.

Cypress-Geschäftsführer Stefan Winners sieht in der geplanten Erhöhung sogar einen Vorstoss, um die Mehrwertsteuer für alle Bücher und Zeitschriften zu erhöhen - egal ob mit oder ohne Zugabe wie CDs oder Aufkleber. "Das ist nur der Einstieg für eine generelle Erhöhung auf 16 Prozent." Die Entscheidung soll am 21. Februar fallen. Das Gesetz würde bereits am 1. April in Kraft treten.
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