VDZ unter Beschuss: Mediaagenturen und TV-Vermarkter kritisieren Intermedia-Datei

Mittwoch, 31. Oktober 2001

Keine Lust auf die neue Intermedia-Datei des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) haben die im GWA organisierten Mediaagenturen. In einer gemeinsamen Erklärung distanzieren sie sich "nachhaltig von der unabgestimmten Initiative", durch die der VDZ seine "wichtigsten Marktpartner brüskiert" habe.

Stein des Anstoßes ist die kürzlich von den Verlagen vorgelegte Planungsdatei, in der Nielsen-TV-Daten mit den Markt-Media-Studien Typologie der Wünsche und Verbraucher-Analyse fusioniert wurden (Horizont 43/2001). "Ausgerechnet die Printmedien versuchen hier eine neue TV-Währung einzuführen", ärgert sich der OMG-Vorsitzende Christian Cuntz. Schließlich wisse jeder, dass Kunden, Agenturen und Sender die "AGF/GFK-Zahlen als Basiswährung begreifen". Inhaltlich sei die neue Datei ohnehin "Unsinn, weil sie Äpfel mit Birnen vergleicht".

Zudem verweist Cuntz auf die AG.MA als Plattform für methodischen Konsens. Schließlich seien auch die in der Media-Analyse ausgewiesenen Fernsehwerte von der GfK. Düpiert sind deshalb auch die TV-Vermarkter. So hält IP-Marketingchef Guido Modenbach die "Datei für einen Frontalangriff auf einen über Jahre erarbeiteten Marktkonsens zu Planungsdateien und die Verbindlichkeit von Methoden und Konventionen im Werbemarkt".

Von so viel Kritik überrollt, will Holger Busch, Geschäftsführer Anzeigen/Marketing des VDZ, erst einmal die "gewichtigen Argumente genauer prüfen". Busch: "Wir wollen keine neue Währung einführen, sondern mehr Planungsqualität auf strategischer Ebene garantieren."
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