VDZ und BDZV protestieren gegen "Zwangsinformationen" bei Werbung

Mittwoch, 11. März 2009
Die Verlegerverbände kritisieren die Pläne der EU
Die Verlegerverbände kritisieren die Pläne der EU

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) kritisieren die Entscheidung des Industrieausschusses des Europaparlaments vom 9. März 2009. Danach wird die Werbewirtschaft künftig vom Gesetzgeber dazu verpflichtet, dass jede Werbung Informationen über die Energierelevanz des beworbenen Produktes enthalten muss, sofern sie auch technische Details nennt. Die Verbände protestieren gegen diese „Zwangsvorgabe" und appellieren an das Europaparlament, sich bis zur Entscheidung im Plenum über die „klimapolitisch kontraproduktiven und pressefeindlichen Effekte der geplanten Werbeeingriffe klar zu werden".

„Dass der staatliche Informationszwang auf das Gerät im Verkaufsraum und auf den Fernabsatz beschränkt bleibt, ist der einzig sinnvolle und verhältnismäßige Weg", erklärt Christoph Fiedler, Leiter Europapolitik im VDZ. „Zusätzlicher Zwang zu negativen Informationen in der Anzeigenwerbung bedroht eine unverzichtbare Finanzierungsgrundlage der Presse und ist damit auch klimapolitisch kontraproduktiv."

Dieser Vorstoß zu staatlicher Regulierung von Werbeinhalten erscheine umso befremdlicher, da Werbeeinnahmen vor allem für Online-Medien immer wichtiger würden und die Presse ohnehin mit „bedrohlichen Einnahmeausfällen" infolge der Wirtschaftskrise zu kämpfen habe.

Die Zeitungsverleger betonen hingegen, dass eine Kombination von gesetzlich geregelter Pflichtinformation im Verkauf und der Meinungsbildung durch die freie, auf Werbung angewiesene Presse für die Information der Verbraucher sehr viel effektiver sei als eine gesetzliche Regelung und Beschränkung von Werbemaßnahmen, die die Kommunikationsfreiheit und die ökonomischen Grundlagen der Presse beschneide.

Das Europaparlament hatte am Montag in Straßburg mit 26 zu 20 Stimmen für die neue Regelung gestimmt. se
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