VDZ rechnet für 2004 mit leichtem Plus

Mittwoch, 05. November 2003

Wie der ZAW rechnet der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) für 2004 mit einem verhaltenen Aufschwung. Für das gesamte Segment prognostiziert der Verband im Schnitt ein Plus von 2,4 Prozent, die Publikumszeitschriften sollen überproportional um 3,4 Prozent zulegen. "Im Herbst haben wir die Talsohle durchschritten", sagt Karl Dietrich Seikel, Vorstandsvorsitzender der Publikumszeitschriften im VDZ und Geschäftsführer des Spiegel-Verlags.

Die optimistische Aussicht stützen die Verleger unter anderem auf die Entwicklung der Bruttowerbeumsätze. In den ersten neun Monaten hatte Nielsen Media Research für die klassischen Medien ein Plus von 2,4 Prozent beziehungsweise 280 Millionen Euro vermeldet und geht von einer Null zum Jahresende aus.

Trotz rückläufiger Anzeigenerlöse und verschärftem Wettbewerb haben die Zeitschriftenverlage 2003 gute Erträge erwirtschaftet. Rationalisierungen und Umstrukturierungen standen auch in diesem Jahr bei vielen Medienhäusern auf der Agenda. "Der Traum vom integrierten Medienkonglomerat ist aber nicht aufgegangen", erteilt VDZ Präsident Hubert Burda den Ansätzen eine Absage, alle Leistungen aus einer Hand anzubieten. "Der Synergiegedanke kommt aus der Industrie. Medien funktionieren anders", glaubt Burda.

Alexander von Reibnitz, Leiter New Media beim VDZ, geht davon aus, dass das Wachstum künftig von steigenden Onlineumsätzen getrieben wird. "Das Medienhaus der Zukunft wird nur überlebensfähig sein, wenn es mit neuen Geschäfts- und Erlösquellen antritt." Zwar werde Print weiter der größte Umsatzbringer bleiben, Online werde jedoch gewinnen. VDZ und BCG erwarten, dass die Online-Werbeeinnahmen bis 2008 rund 60 Prozent der Onlineumsätze ausmachen werden. Nielsen prognostiziert dem Medium für 2003 insgesamt ein Bruttowerbevolumen von 275 Millionen Euro - knapp 2 Prozent des Marktes. Laut BCG könnten es bis 2003 13 Prozent der Nettowerbeumsätze sein.

Die Zeitschriften müssen sich auf eine steigende Nachfrage nach vernetzten Angeboten einstellen. "Der Trend geht zur Crossmedia-Kampagne", beobachtet Burda. Laut BCG steuern vernetzte Auftritte weniger als 1 Prozent der Umsätze der Zeitschriftenverlage bei - aber künftig werden ein Drittel aller Onlinekampagnen crossmedial sein. pap
Meist gelesen
stats