VDZ nennt Zeitplan für AIM / Ex-Kritiker Schramm unterstützt das Projekt

Donnerstag, 20. Januar 2011
Schwenkt um: Group-M-Manager Boris Schramm unterstützt AIM
Schwenkt um: Group-M-Manager Boris Schramm unterstützt AIM

Nach zwischenzeitlichen heftigen Querelen geht es nun mit der Werbewirkungs-Forschungsinitiative Ad Impact Monitor (AIM) des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) wieder voran. So haben Anfang dieser Woche hochrangige Vertreter von Werbungtreibenden und Agenturen zusammen mit VDZ-Mitgliedern den Fahrplan für AIM 2011 skizziert. Die wohl größte Überraschung: Mit Boris Schramm, Managing Director Print bei Group M, stellt sich nun einer der Hauptkritiker hinter das Projekt: "Wir glauben an AIM und unterstützen diesen neuen Prozess aktiv." Noch im April hat der Mediaexperte in einem HORIZONT-Interview die Forschungsinitiative mit deutlichen Worten angegriffen. Auch andere Branchenpromis äußern sich positiv. Uwe Becker, Vorsitzender der OWM, ergänzt: "Wir freuen uns darauf, das Tool gemeinsam zu entwickeln und es an den Praxisanforderungen der Werbungtreibenden und Agenturen auszurichten." Andreas Bahr, Mediaplus, dazu: "Mit AIM werden die Agenturen ihre strategische Beratungsleitung in Zukunft weiter optimieren können."

Angesichts dieser neuen Einigkeit sieht der Zeitplan folgendermaßen aus: Um AIM zu einer "mit anderen Mediengattungen vergleichbaren Forschungs- und Vermarktungsinstitution auszubauen", steht nun die bereits im November verkündete Aufstellung neuer gemeinsamer Gremien von Werbungtreibenden, Agenturen und Verlagen an. Dies soll bis zum Frühjahr 2011 abgeschlossen werden.

Als nächstes erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den zu berufenen Delegierten der Verbände OWM (Werbungtreibende) und OMG (Media-Agenturen) sowie, extra genannt, der Group M und den AIM-Verlagen die Aufstellung eines Gründungsteams, um die neue Organisationsform zu definieren, etwa als Verein oder als GmbH mit eigenem Geschäftsführer. Ziel ist es, eine gewisse Distanz zum VDZ und damit Absenderneutralität zu demonstrieren. Dies könnte es auch der abtrünnigen Bauer Media Group leichter machen, nach ihrem Teil-Austritt aus dem VDZ zumindest bei AIM irgendwann wieder mitzumachen, ohne das Gesicht zu verlieren - und das Tool mitzufinanzieren. Die Marktforscher aller beteiligten Parteien bilden zudem einen Technischen Ausschuss, um die Methodik gemeinsamen weiterzuentwickeln.

Die VDZ-Publikumsverlage hatten im Dezember 2010 ein nochmals erhöhtes Budget für AIM freigegeben und eine neutralere AIM-Organisationsform beschlossen. Die Datenerhebung laufe derweil "auf vollen Touren weiter" - so soll sichergestellt werden, dass AIM valide Werbewirkungsdaten bereitstellt und den "Leistungsbeitrag von Print mediengerecht im Umfeld anderer Medienkanäle abbildet".

Damit gehen die Verlage auf die Kritik einzelner Agenturmanager an Methodik, Aussagekraft und vor allem an der Kommunikation von AIM ein: Diese fühlten sich unzureichend eingebunden und vor vollendete Tatsachen gestellt. Nun kommt es darauf an, diese Kritik weiter aufzunehmen, einzubinden und AIM zu verbessern - allerdings ohne die Tools zu verwässern. Denn am Ende werden die Verlage das Projekt nur dann weiterführen und bezahlen, wenn es die Gattung Zeitschrift voranbringt und nicht nur deren Image dient, sondern auch konkret dem Anzeigenverkauf. bn/rp
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