VDZ erwartet für 2002 Nullwachstum im Werbemarkt

Mittwoch, 14. November 2001

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) rechnet im kommenden Jahr mit einem Nullwachstum im Werbemarkt. Entscheidend für eine nachhaltige Wiederbelebung des Anzeigengeschäfts sei ein Konjunkturaufschwung, wofür es gegenwärtig jedoch keine Anzeichen gebe, erklärt Karl Dietrich Seikel, Vorstandsvorsitzender Publikumszeitschriften im VDZ. Frühestens im 3. Quartal kommenden Jahres sei eine konjunkturelle Besserung in Sicht.

Zurückhaltender fällt dagegen die Prognose der Deutschen Fachpresse aus. Nach einer Schnellumfrage unter den Fachverlagen gehen 68 Prozent davon aus, dass die wirtschaftliche Krise ein bis zwei Jahre anhält. Ein Drittel rechnet in diesem Jahr sogar mit schlechteren Umsatzergebnissen als 1999. Zwei Drittel richten sich im kommenden Jahr auf stagnierende Vertriebserlöse ein. Über 70 Prozent prognostizieren weitere Rückgänge im Anzeigengeschäft. Etwa die Hälfte der Befragten geht von bleibenden strukturellen Veränderungen in der Branche aus. Vor allem die größeren Verlage glauben an einen weiteren Konzentrationsprozess.

Reinhold Welina, Sprecher der Deutschen Fachpresse, will jedoch nicht von einer Krise sprechen: "Der Wind ist ein bisschen stiller geworden und wir warten auf die nächste Brise." Wegen des hohen Anteils an Stammlesern sei die Fachpresse im Vergleich zu anderen Printobjekten nicht so leicht zu erschüttern. Auch im Werbemarkt habe die Fachpresse durch ihre enge Kundenbindung zur Wirtschaft einen strategischen Vorteil.

Mehr Transparenz ist dennoch gefragt, so Welina: "Dazu gehören IVW-geprüfte Auflagen - zurzeit ist nur etwa die Hälfte der werberelevanten Fachtitel in der IVW -, Reichweitenstudien sowie ein verbessertes Costumer Relationship Management." Insgesamt bleibt der Sprecher der Deutschen Fachpresse jedoch Optimist: "Die Fachverleger schauen frohgemut in die Zukunft und befürchten keinen nachhaltigen Verlust von Marktanteilen im Mediamix."
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