VDZ-Zeitschriftentage: "Stern"-Berlinchef Hans-Ulrich Jörges eruiert Ressortzusammenlegungen

Dienstag, 17. November 2009
"Stern"-Chef Hans-Ulrich Jörges
"Stern"-Chef Hans-Ulrich Jörges

Manche Chefredaktionen von Gruner + Jahr denken laut über Redaktionsorganisation und damit Kostenfragen nach. "Es muss sich an den Strukturen etwas ändern", sagte Hans-Ulrich Jörges, Mitglied der "Stern"-Chefredaktion, auf den VDZ-Zeitschriftentagen in Berlin. Diese Aussage bezog er ausdrücklich nicht (nur) auf den "Stern", sondern auf Magazinredaktionen allgemein. Die Verlage hätten in den Jahren und Jahrzehnten üppiger Umsätze "vieles verschlafen". Jörges: "Krisen decken immer das auf, was versäumt worden ist." Dabei dachte der Leiter des Berliner "Stern"-Büros laut über die Zusammenführung von Kleinressorts nach: "Segmentierung ist überholt, die Zeit für größere Redaktionseinheiten ist gekommen." Dies sei auch aus journalistischer Sicht besser, für die umfassendere Aufbereitung großer Geschichten.

Dabei dürfe es aber keine "Grenzüberschreitungen" geben; die journalistische Qualität dürfe nicht gefährdet werden. Auch diese Überlegungen bezog Jörges ausdrücklich nicht speziell auf den "Stern", sondern auf Zeitschriftenredaktionen allgemein. Dennoch sind Jörges' Worte interessant vor dem Hintergrund der aktuellen heftigen G+J-internen Diskussionen über die Umbaumaßnahmen im Verlag.

Auf einem anderen Podium der VDZ-Zeitschriftentage sagte Michael Ebert, Chefredakteur des erfolgreichen "Stern"-Ablegers "Neon", dass heutzutage kein Redaktionschef mehr ohne ökonomisches Verständnis auskomme. Für Ebert auch eine Sache der eigenen Erfahrung: Nach dem Aus des damals von ihm geführten "SZ"-Jugendmagazins "Jetzt" habe er keine Lust mehr, einer Redaktion am Ende zu sagen, dass ihr Titel eingestellt werde. "Unser Ziel bei der Gründung von ,Neon' war es von Anfang an, ein Heft zu machen, das profitabel ist", so Ebert. rp
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