VDZ-Präsident: Hubert Burda macht weiter – und schenkt dem Verband Zeit

Freitag, 09. Dezember 2011
Hubert Burda steht für eine weitere Amtszeit zur Verfügung
Hubert Burda steht für eine weitere Amtszeit zur Verfügung

Das Langfrist-Projekt geht weiter: Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) gönnt sich mehr Zeit für die Suche nach einem Präsidenten für die Nach-Burda-Ära. So fand am Donnerstag in Berlin eine außerordentliche Delegiertenversammlung statt; eigentlich sollte das Gremium erst im Sommer tagen. Dort bat man den Verleger Hubert Burda, seit fast 15 Jahren VDZ-Präsident, seine derzeitige bis Juni 2012 laufende fünfte Amtsperiode um eine sechste zu verlängern. Burda habe sich „dazu positiv geäußert", bestätigt der VDZ. Er stehe für eine weitere Amtszeit zur Verfügung. Ob dann wieder für die vollen drei Jahre, also bis Sommer 2015, ist bisher unklar. Das klingt zunächst so, als sei alles seit langem genau so geplant gewesen. Ganz so war es aber nicht. Im Gegenteil: Schon vor Monaten soll Burda, 71, in Verbands- und Verlagskreisen signalisiert haben, sein Amt eigentlich bis Sommer 2012 abgeben zu wollen. Und Fakt ist, dass hinter den Kulissen seit Monaten die Nachfolgevorbereitungen für den Tag X liefen.

So gab es eine Findungskommission aus Landesdelegierten, Präsidiums- und Vorstandsköpfen, die in den sieben Landes- und drei Fachverbänden sowie in den Verlagen fürsprechend die Chancen von Axel-Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner als möglichem Nachfolger Burdas sondierten (HORIZONT 39/2011). Und eine Delegiertenversammlung am 18. November beschloss, die Suche nun zu intensivieren. Bis Jahresende wollte man sich nach HORIZONT-Informationen auf einen Nachfolger verständigt haben. Als Wunschkandidat vieler galt Döpfner, aber auch G+J-Vorstandschef Bernd Buchholz wurde genannt.

Und nun scheiden sich die Geister: Die einen sagen, für Döpfner und Buchholz habe es bei den Delegierten keine Mehrheit gegeben - und Buchholz sei gar nicht gefragt worden. Andere sagen: Döpfner wollte nicht. Dies deckt sich mit der Aussage von Axel Springer gegenüber HORIZONT Ende September, wonach Döpfner „für eine Kandidatur für die VDZ-Präsidentschaft nicht zur Verfügung steht". Diese Worte lasen manche in VDZ- und Verlagskreisen indes als eher weiches Dementi und wiesen spitzfindig darauf hin, dass Döpfner damit ja eigentlich nur eine (Kampf-) Kandidatur ausschließe, nicht aber das Amt an sich. Alles Unsinn, sagen Dritte: Um Kandidaten sei es jetzt an diesem Donnerstag in Berlin überhaupt gar nicht gegangen.

Wie auch immer: Auch ab Sommer 2012 wird auf absehbare Zeit der VDZ-Präsident also weiterhin Hubert Burda heißen. Der quer durch alle Verlagslager hoch geschätzte Verleger verschafft dem Verband mit seiner abermaligen Amtszeitverlängerung die Zeit und Ruhe für einen zweiten, erfolgreicheren Anlauf bei der Nachfolgersuche. Das wird dann auch die Aufgabe sein von Stephan Scherzer, der bekanntlich ab diesem Donnerstag, 8. Dezember, das Amt des VDZ-Hauptgeschäftsführers von Wolfgang Fürstner übernimmt. rp
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