VDZ-Konferenz: Internet verändert Vertrieb

Montag, 03. März 2008

Die stärkere Einbindung der Leser über das Internet wirkt sich auf die Prozesse in den Verlagen aus. Das beginnt schon bei der Projektentwicklung. "Das direkte Feedback der Zielgruppe verändert unser Geschäft dramatisch", sagte Patrick J. McGovern, Gründer und Chairman der amerikanischen IDG-Mediengruppe, vor rund 250 Teilnehmern des Kongresses Powering Digital Success in Berlin (www.fippdigitalconference.com) . Die internationale Konferenz wird zum zweiten Mal vom Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), der CeBit und dem internationale Verlegerverband FIPP ausgerichtet. IDG hat den Entwicklungsprozess für Printtitel schon auf den Kopf gestellt: "Jetzt machen wir zuerst eine Website, wenn wir ein neues Projekt planen", erklärt McGovern. Nehmen die User die Seite an, denkt der Verlag darüber nach, auch eine Printversion zu entwickeln. "Wir werden zur primären Onlinecompany und müssen neu definieren, wer wir sind", sagt McGovern. Er prognostiziert, dass IDG bis 2010 nur noch ein Drittel seiner Erlöse über die Printpublikationen generiert, 47 Prozent werden dann über das Internet kommen. Die Onlineumsätze des Unternehmens wachsen seit drei Jahren um 40 Prozent jährlich. Derzeit steuert Print noch knapp die Hälfte zum Umsatz bei.

McGovern appelliert an die Verlage, sich zu öffnen und die eigenen Inhalte möglichst breit im Netz zu streuen, um die Zielgruppen zu erreichen und dann auf die eigenen Seiten zurückzuholen. "Man muss die eigenen Inhalte auf die Seiten bringen, auf denen die Zielgruppe auch unterwegs ist", so McGovern. Dabei sollten sich die Verlage nicht scheuen, auch Gegenstand der Diskussionen von Communities zu werden. pap .

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