VDZ-Initiative: 56 Portale erhalten "Prime Site"-Siegel / Die Web-Riesen fehlen noch

Donnerstag, 02. Mai 2013
Das Prime-Site-Siegel des VDZ
Das Prime-Site-Siegel des VDZ

Vorhang auf: 56 Internetangebote können sich mit dem neuen Gütesiegel "Prime Site" des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) schmücken. Mit dem Siegel wollen sich die sogenannten Premium-Sites aus der Masse der weit über 1000 vermarkteten deutschen Portale, die in der IVW gemeldet sind, hervorheben. Dadurch wollen sie dem Preisstrudel, der durch das immense Überangebot an Web-Inventar immer weiter nach unten dreht, so gut es geht entkommen und für sich höhere Werbepreise durchsetzen. Auffällig ist, dass unter den 56 Sites mit dem Musikportal Laut.de nur eine einzige nicht verlagsgebundene Website rangiert und sich dort - meist deckungsgleich - nur sieben nicht-journalistische und nur acht Portale ohne Print-Präsenz tummeln. Dies nährt den Verdacht der Kritiker, dass die Verlage mit ihrer Prime Site-Formel, in die 16 Kriterien unterschiedlich gewichtet einfließen, ihre eigenen Angebote protegieren.

Stimmt nicht, sagt Alexander von Reibnitz, Geschäftsführer Anzeigen und Digitale Medien im VDZ gegenüber HORIZONT.NET. Denn 70 Websites hätten sich zur ersten Messung angemeldet - 14 davon sind bei der Prüfung also durchgefallen. Welche, das sagt er nicht. Nur so viel: Die "Durchfaller" stammten ebenfalls aus Verlagsportfolios. Daraus kann man ableiten, dass sich die gemäß Internet Facts vier reichweitenstärksten Portale T-Online, Ebay, Gutefrage.net und Web.de als auch Sites wie Yahoo und GMX erst gar nicht zur Prime-Site-Prüfung des VDZ angemeldet haben - von internationalen Dickschiffen wie Google und Facebook ganz zu schweigen.

Warum nicht? Weil den besagten Web-Werberiesen das Siegel schnuppe ist? Oder weil sie befürchten, dass sie aufgrund der VDZ-Qualitätsformel, die vor allem den Anteil und die Zusammensetzung des redaktionellen Contents honoriert, sowieso schlecht abschneiden?

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Mit welchen Vorhaltungen aus dem Lager der Konkurrenz und der Kunden das Siegel noch zu kämpfen hat - und wie der VDZ die Kritik pariert -, lesen Abonnenten in der neuen HORIZONT-Ausgabe 18/2013, die am Donnerstag, 2. Mai erscheint.

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Wenn der VDZ sein Siegel als Standard für Werbeumfeldqualität etablieren will - und nicht nur als Marketing-Gag in eigener Sache -, dann muss ihm an der Teilnahme der Internetriesen gelegen sein. Jede Website kann sich um das Gütesiegel bewerben", betont von Reibnitz; die Kriterien böten auch Online-only-Angeboten faire Chancen. Und wann melden sich T-Online, Google und Co nun an? Wir haben jetzt den Anfang gemacht und werben weiter dafür, dass sich der Kreis vergrößert", sagt der VDZ-Mann und vermutet, dass viele Web-Anbieter zunächst abwarten wollen, wie sich die Initiative entwickelt. rp

Die 56 Angebote, die das Siegel bekommen haben
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