VDZ-Herbstumfrage: Zeitschriftenverlage wachsen 2011 um 1,4 Prozent

Donnerstag, 03. November 2011
Wolfgang Fürstner fordert "faire Spielregeln" für den Wettbewerb im Internet
Wolfgang Fürstner fordert "faire Spielregeln" für den Wettbewerb im Internet


Positive Nachrichten aus der Zeitschriftenbranche: Im laufenden Jahr steigt der Umsatz der deutschen Zeitschriftenverlage um 1,4 Prozent auf insgesamt 7 Milliarden Euro, die Zahl der Beschäftigten klettert um 2 Prozent auf 33.000 Mitarbeiter. Das geht aus der heute vorgestellte Herbstumfrage des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) hervor. An der Umfrage beteiligten sich über 100 Mitgliedsverlage des VDZ. Für das kommende Jahr erwarten die Verlage ein weiteres Umsatzwachstum, allerdings auf einem niedrigeren Niveau als 2011. Eine Rückkehr auf das Umsatzniveau von 2008 sei aber weiter nicht in Sicht.

Wachstumstreiber bleiben vor allem digitale Angebote. Bis 2014 wird das internetbasierte Geschäfte 11 Prozent zum Umsatz beitragen, bei den Publikumszeitschriften sogar 15 Prozent. Am stärksten werden nach Einschätzung der Verlage die mobilen Dienste zulegen. Der Umsatzanteil der klassischen Anzeigen- und Vertriebserlöse wird nach Ansicht des VDZ von rund aktuell rund 80 Prozent auf 70 Prozent im Jahr 2014 sinken.

"Im Wettbewerb gerade auch mit neuen Anbietern entwickeln sich die Verlage strukturell zu hochkomplexen Medienhäusern", sagte VDZ-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Fürstner bei der Jahrespressekonferenz des Verbands.

Vor diesem Hintergrund und der zunehmenden Konkurrenz durch internationale agierende Internetkonzerne forderte der VDZ erneut faire Rahmenbedingungen: "Verlagshäuser müssen bisweilen unter strengen und kostspieligen Vorgaben im Bereich der Anzeigen oder des Datenschutzes agieren, während es vor allem für die globalen Internet-Giganten weitgehend freie Bahn gibt", klagt Fürstner. Die Marktmacht von Konzernen wie Apple, Amazon, Facebook und Google sei mittlerweile so groß, dass in einigen Segmenten ein Marktversagen drohe. "Die Wettbewerbshüter und nötigenfalls auch die Politik sind gefordert, faire Rahmenbedingungen zu erhalten", mahnt der VDZ-Manager.

Dazu gehöre nach Ansicht des VDZ auch ein Leistungsschutzrecht, eine reduzierte Mehrwertsteuer für Presseprodukte und eine Beschränkung der digitalen Expansion des öffentliuch-rechtlichen Rundfunks. dh
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