VDZ-Herbstumfrage: Zeitschriftenverlage bleiben auf Wachstumskurs

Dienstag, 23. Oktober 2012
VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer
VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer


Die deutschen Zeitschriftenverleger erwarten für das laufende Jahr ein Umsatzplus von 1,4 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro. Das geht aus der aktuellen Herbstumfrage des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) hervor, die auf der heutigen Jahrespressekonferenz des Verbands vorgestellt wurde. Auch 2013 soll sich der Wachstumskurs - entgegen der bisweilen hinter vorgehaltener Hand geäußerter Prognosen - fortsetzen.
Für das kommende Jahr erwarten die VDZ-Mitglieder - insgesamt nahmen 53 Verlage an der Umfrage teil - eine Umsatzsteigerung um 1,5 Prozent auf netto 7,2 Milliarden Euro. Treiber des Wachstums werden weiterhin die digitalen Geschäftsfelder sein, die laut Umfrage 10 Prozent am gesamtergebnis ausmachen, wogegen in den klassischen Bereichen mit stagnierenden bis leicht rückläufigen Umsätzen gerechnet wird. Print ist für 77 Prozent der Umsätze verantwortlich.

"Heute werden neue Medienmarken bereits in der Konzeptionsphase multimedial angelegt, um die gesamte Wertschöpfungskette vom Launch an nutzen zu können", sagt VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer und verweist damit auf Strategien, die Medienhäuser im insgesamt schrumpfenden Printmarkt heute anwenden müssen. "Eine multimedial aufgestellte Medienmarke kann heute leicht ein Vielfaches ihrer Reichweite erzielen und ist damit ein überaus attraktiver Player im intermedialen Wettbewerb."

Positiv sollen sich auch die Beschäftigtenzahlen in den Zeitschriftenverlagen entwickeln: Für dieses Jahr rechnen die VDZ-Mitglieder mit einem Wachstum auf 33.300 Arbeitsplätze, im kommenden Jahr sollen noch einmal 400 hinzukommen.

Schwierig ist hingegen die Situation im Anzeigenmarkt: Die anhaltende Finanzkrise und die Umverteilung in andere Medienkanäle bei in etwa gleichbleibenden Gesamtwerbeinvestitionen drücken auf das Werbevolumen. Die bislang in diesem Jahr erzielten Brutto-Werbeumsätze liegen mit 2,504 Milliarden Euro rund 120 Millionen Euro unter dem Niveau im Vorjahreszeitraum. Die crossemdialen Werbeumsätze können diese Delle laut VDZ nicht ausgleichen, gleichwohl erhofft man sich durch steigende Reichweiten und hohe Akzeptanz bei den Lesern Vorteile gegenüber anderen Mediengattungen.

Vor dem Hintergrund der wachsenden Relevanz digitaler Geschäftsmodelle wirbt der VDZ weiterhin für ein Leistungsschutzrecht sowie verlegerfreundliche Regelungen zum Datenschutz. Hier ist die EU mit ihrem Entwurf zur Novelle des E-Datenschutzrechts bereits tätig geworden, der Entwurf birgt für Scherzer aber "nach wie vor erhebliche und teilweise kaum absehbare Risiken". Das gelte für die Leserwerbung, den Frei- und Wechselversand der Fachmedien sowie die journalistisch-redaktionelle Datenverbarbeitung. ire
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