VDZ: Größte Erwartungen bei Internet-Einnahmen

Mittwoch, 01. November 2006
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Die deutschen Zeitschriftenverlage blicken optimistisch nach vorne. Laut einer Mitgliederumfrage, die der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) auf seiner Jahrespressekonferenz vorgestellt hat, bleibt 2007 das gedruckte Heft noch auf lange Zeit größter Umsatzträger für Zeitschriftenverlage. "Gerade die starken Printmarken sind das Fundament, auf dem wir digitale Geschäftsmodelle mit Internet, mobile Content, IPTV oder Communities entwickeln", erklärt VDZ-Geschäftsführer Wolfgang Fürstner.

Großer Optimismus herrscht bei den Internet-Einnahmen. Der Umsatzanteil des Internets am Verlagsgeschäft soll bis 2009 von derzeit 4,6 auf 11,6 Prozent steigen. Der Anteil mobiler Dienste soll von 0,2 auf 2,0 Prozent wachsen. Fürstner warnt jedoch davor, sich das Geschäft mit neuen Anwendungen aus der Web 2.0 Welt aus der Hand nehmen zu lassen. Die Verlage sollten Diensten wie Myspace oder Youtube nicht tatenlos zusehen, sondern in den Aufbau eigener Modelle investieren. "Wenn Deutschland und Europa den Anschluss nicht verlieren wollen, dann müssen Verlage und andere Medienunternehmen noch mehr Risikobereitschaft zeigen und die notwendigen finanziellen wie personellen Ressourcen bereitstellen", fordert Fürstner.

Im Jahr 2005 war der Umsatz der VDZ-Mitglieder um 2,7 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro gestiegen. Für das laufende Jahr rechnet mehr als die Hälfte der Verlage (54 Prozent) mit einer Steigerung ihrer Gewinne. Ein besseres Anzeigengeschäft für das nächste Jahr erwarten 50 Prozent der Fach- und Publikumszeitschriftenverlage, während nur 17 Prozent von niedrigeren Werbeeinnahmen ausgehen. Schwieriger bleibt die Lage im Vertriebsmarkt: Hier rechnen nur 31 Prozent mit steigenden Einnahmen, 34 Prozent mit gleichen und 25 Prozent mit sinkenden Vertriebserlösen.

Als "besonders beunruhigend" bezeichnet Karl Dietrich Seikel, Geschäftsführer des Spiegel Verlag und Vorstandsvorsitzender der Publikumszeitschriften im VDZ, die Situation im Einzelverkauf. Als Gründe für den sinkenden Einzelverkauf nmacht er vor allem das veränderte Mediennutzungsverhalten der jüngeren Zielgruppen aus, eine allgemeine Komsumzurückhaltung sowie die Umwandlung von Kioskkäufern in Abonnenten. Mit dem Grosso sucht der VDZ jetzt nach Möglichkeiten, die Verkaufsstellen aufzuwerten, um den Kaufanreiz zu verstärken. "Ein werthaltiges Produkt wie die Zeitschrift muss auch ordentlich präsentiert werden", sagt Seikel. se/pap
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