VDZ-Delegiertenkonferenz: Hubert Burda will Kampf um Werbefreiheit forcieren

Dienstag, 27. Juni 2006

Zwei Tage vor der Delegiertenkonferenz des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) hat Präsident Hubert Burda erneut eindringlich davor gewarnt, die Werbefreiheit einzuschränken. Zugleich nahm Burda den VDZ gegen Kritiker der Lobbyarbeit des Verbands in Brüssel in Schutz. Der VDZ kämpft seit Jahren auch auf europäischer Ebene gegen Werbeverbote und für die Lockerung bestehender Werbebeschränkungen. Nach Auffassung des VDZ ist es vornehmlich der Lobbyarbeit des Verbands zu verdanken, dass den Zeitschriftenverlegern seit 1998 rund 400 Millionen Euro Umsatz aus der Tabakwerbung erhalten blieb. Die angesichts des Tabakwerbeverbots drohenden Verluste könnten durch Umsatz mit Werbung für Arzneimittel mehr als wettgemacht werden.

Burda hatte auf einem Treffen des Europäischen Zeitschriftenverlegerverbands FAEP vergangene Woche in Brüssel eine Liberalisierung der Arzneimittelwerbung nach dem Vorbild der USA gefordert. "Die Konsumenten haben ein Recht darauf, in Gesundheitsfragen umfassend auch mithilfe von Werbung informiert zu werden", so Burda. Der VDZ-Präsident warnte zugleich vor einer "medizinischen Zweiklassengesellschaft", wie sie durch das Internet in Form frei zugänglicher, aber fremdsprachiger Informationen und Angebote entstünde.

EU-Verbraucherkommissar Marcos Kyprianou hatte auf dem Treffen in Brüssel Dialogbereitschaft signalisiert: "Prävention wird in Gesundheitsfragen das zentrale Thema. Und das schließt Information über drohende Krankheiten ein."
Auf der Delegiertenkonferenz Donnerstag dieser Woche ist Hubert Burda der einzige Kandidat für das VDZ-Präsidentenamt. Burdas Wiederwahl gilt als sicher.

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