Untreue-Prozess: Google-Deutschlandchef Tweraser lässt Aufgaben ruhen / Euro RSCG stellte Scheinrechnungen

von Juliane Paperlein
Montag, 14. Januar 2013
Stefan Tweraser legt seinen Posten als Google-Deutschlandchef nieder
Stefan Tweraser legt seinen Posten als Google-Deutschlandchef nieder
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Google, Deutschland, Euro RSCG, Untreue, Google, Österreich, Alastair Bruce


Stefan Tweraser, Deutschland-Chef von Google, ist in Österreich der Untreue angeklagt und wird seine Aufgaben im Internetkonzern bis auf Weiteres nicht mehr wahrnehmen. „Google hat sich mit Stefan Tweraser darauf verständigt, dass er angesichts einer Anklage gegen ihn seine Aufgaben für Google Deutschland zunächst ruhen lässt", bestätigte ein Sprecher des Konzerns gegenüber HORIZONT.NET. Seine Aufgaben übernimmt bis auf weiteres Alastair Bruce, Sales Director von Google Deutschland. Laut dem österreichischen Nachrichtenmagazin „Format" wird Tweraser beschuldigt, in seiner Zeit als Marketingchef der Telekom Austria mehr als eine halbe Million Euro veruntreut zu haben. In die Geschäfte ist auch die Werbeeagentur Euro RSCG in Wien verwickelt, die heute unter Havas Worldwide firmiert. Sie betreute den seinerzeit 2,5 Millionen Euro schweren Werbeetat des Telekommunikationsunternehmens im Jahr 2007.

Gernot Schieszler, Kronzeuge in der Telekom-Austria-Affäre, die die dortigen Medien schwer beschäftigt, habe sich mit Tweraser 2007 im Rahmen der Vertragsauflösung auf eine zusätzliche Zahlung geeinigt. Diese "freiwillige Treueprämie" in Höhe von zwei Jahresgehältern hätte Tweraser offiziell jedoch nicht zugestanden, zitiert Format.at aus der Anklageschrift. 

Gustav Eder-Neuhauser, Albert Essenther, und Robert Motalik, die damaligen Geschäftsführer der Wiener Euro RSCG, waren demnach bereit, die Prämie über die Agentur abzuwickeln. Sie stellten der Telekom Austria im Juli 2007 eine Rechnung über 585.6000 Euro. Die Scheinrechnung habe laut Anklage den Titel "Strategische Konzeption des Sponsoring-Auftrittes im Rahmen der Euro 2008" gehabt.

Nach seinem Ausscheiden bei der Telekom habe Tweraser im Namen seiner Gekko Beratungs GmbH drei Teilrechnungen in Höhe von insgesamt 585.600 Euro an Euro RSCG gestellt. Diese seien wiederum Scheinrechnungen gewesen.

Laut Staatsanwaltschaft zeigt Tweraser nun Reue. Er wolle alles zurückzahlen meldet Format.at. Bis wann Tweraser bei Google beurlaubt ist, ist unklar. Der Sprecher konnte dazu keine Angaben machen. pap
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