Untersuchung: Deutsche Online-Shops schneiden bei Einkaufskomfort und Sicherheitsstandards schlecht ab

Montag, 01. November 1999

"Vom Traum des virtuellen Einkaufsparadieses ist das Angebot der Internet-Läden derzeit meilenweit entfernt. Für die meisten Shops kann man nur die Note 'mangelhaft' vergeben". Mit diesen Worten kommentiert Harald A. Summa, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Internet-Wirtschaft, das Ergebnis einer Untersuchung, die der Verband und das Eco Electronic Commerce Forum in Kooperation mit dem E-Commerce-Spezialisten Vivendo Internet durchgeführt hat. Insgesamt wurden mehr als 1000 Shops für die Untersuchung unter die Lupe genommen. Dabei stellten die Analysten fest, dass Einkaufskomfort, Verbraucherschutz und Sicherheit bei deutschen Online-Shops klein geschrieben wird.

So könnten die Kunden bei 23 Prozent der Internet-Warenhäuser überhaupt keine rechtlich verbindliche Bestellung aufgeben, da die allgemeinen Geschäftsbedingungen auf der Website nicht ausgehängt sind. Ein Viertel aller untersuchten Shops böten keine Warenkorbfunktion an, mit der die Käufer mehrere Artikel sammeln und gegebenenfalls wieder zurücklegen können. Auch beim Kassieren wiesen die Online-Shops die Kunden auf den althergebrachten und wenig verbraucherfreundlichen Versand per Nachnahme. Lediglich 20 Prozent akzeptierten eine Kreditkarte. Ein weiterer bemängelter Punkt betrifft das Sicherheitsbewusstsein. 82 Prozent der untersuchten Shops würden die Bestelldaten und alle anderen Angaben der Kunden unverschlüsselt über das Internet übertragen. Nur 18 Prozent setzten mit dem Secure Socket Layer (SSL) auf eine sichere Datenübermittlung.

Harald A. Summa: "Die Mehrzahl der deutschen Online-Shops genügt nicht einmal den Mindestanforderungen des Gesetzgebers an Verbraucherschutz. Kaufmännische Grundsätze scheinen im Cyberspace außer Kraft gesetzt zu sein. So ist ein Kaufvertrag nur gültig, wenn der Kunde die allgemeinen Geschäftsbedingungen gelesen und akzeptiert hat. All dies ist den Inhabern virtueller Läden entweder unbekannt oder es wird von ihnen bewusst ignoriert." Dem will der Eco-Verband gemeinsam mit der deutschen Internet-Wirtschaft abhelfen. Deshalb wird er noch in diesem Herbst ein "Gütesiegel für Online-Shops" herausgeben. Dieses Siegel soll für einen bestimmten Mindeststandard zur Rechtssicherheit, Verbraucherschutz und zum Einkaufskomfort stehen. Weitere Informationen zur Untersuchung gibt es unter www.eco.de.
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