Unitymedia darf regionalisierte Werbung in NRW testen

Dienstag, 29. Mai 2012
"Kein Präjudiz": Lfm-Chef Jürgen Brautmeier
"Kein Präjudiz": Lfm-Chef Jürgen Brautmeier

Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia testet nun auch in Nordrhein-Westfalen regionalisierte Programmelemente. Die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) hat am Freitag einem entsprechenden Modellversuch grünes Licht gegeben. In Hessen testet das Kabelunternehmen das Angebot bereits seit einigen Wochen. Demnach darf Unitymedia drei Monate lang in Kooperation mit Pro Sieben Sat 1 und der Westcom Media Group die Technologie zur Einfügung regionaler Inhalte wie zum Beispiel regionalisierte Werbung in bundesweit verbreiteten Programmen testen. Während des Tests kommen ausschließlich Eigenwerbespots von Unitymedia und Westcom in Nordrhein-Westfalen in den Programmen von Pro Sieben Sat 1 zum Einsatz.

Die LfM betont, dass der Test keine Vorentscheidung für die Zulassung regionalisierter Programmelemente darstellt: "Die Rechtslage in Nordrhein-Westfalen schließt regionalisierte Programmeinblendungen auf nationalen Sendern ohne eine neue separate Zulassung aus", betonte LfM-Direktor Jürgen Brautmeier. Die Entscheidung für den zeitlich befristeten Testbetrieb fiel denn auch knapp: Neun Mitglieder der Medienkommission waren dafür, fünf dagegen, acht enthielten sich.

Zeitungsverlage und Radiosender dürften auch diesen Test mit Argusaugen verfolgen. Gemeinsam mit Kabel BW hat Pro Sieben Sat 1 bereits in Baden-Württemberg erfolgreich regionalisierte Werbung getestet. Damals kritisierten Verleger und Radiosender den Vorstoß unisono als Gefahr für die publizistische Vielfalt. Sie fürchten, dass nationale TV-Sender ihnen regionale Werbekunden streitig machen, würde regionalisierbare Werbung erlaubt. dh
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