Unitymedia darf Kabel BW schlucken

Dienstag, 13. Dezember 2011
Der Kabelnetzbetreiber darf den Konkurrenten Kabel BW schlucken
Der Kabelnetzbetreiber darf den Konkurrenten Kabel BW schlucken

Auf dem deutschen Kabelmarkt entsteht ein neuer Riese: Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia darf den Konkurrenten Kabel BW übernehmen. Das Bundeskartellamt hat der Übernahme nach Informationen des "Manager Magazin" unter Auflagen zugestimmt. Für die Freigabe der Wettbewerbshüter musste Unitymedia dem Kartellamt allerdings weitgehende Zugeständnisse machen. So räumt der Kabelnetzbetreiber der Wohnungswirtschaft ein außerordentliches Kündigungsrecht ein, das Hunderttausende von Wohnungen im Verbreitungsgebiet von Unitymedia und Kabel BW betreffen würde. Außerdem soll die sogenannte Exklusivitätsklausel wegfallen, die die Deutsche Telekom bislang daran hindert, Haushalte mit Kabelanschluss auch an ihr Glasfasernetz anzuschließen. Darüberhinaus soll Unitymedia auf die Verschlüsselung von digitalen Fernsehkanälen verzichten. Mit den Zugeständnissen seien die bestehenden Bedenken "beseitigt", teilt das Bundeskartellamt dem Kabelnetzbetreiber in einem Schreiben mit, das dem "Manager Magazin" vorliegt.

Mit der Übernahme von Kabel BW durch den Konkurrenten Unitymedia, der bislang ausschließlich in Hessen und Nordrhein-Westfalen aktiv ist, kommt erstmals seit Jahren wieder Bewegung in den fest aufgeteilten Markt der Kabelnetzbetreiber. Unitymedia gehört zum US-Medienkonzern Liberty Media von John Malone. Dessen erster Anlauf, in den deutschen Markt einzusteigen war 2002 noch am Veto des Bundeskartellamtes gescheitert. Branchenkenner gehen davon aus, dass Malone - auch bekannt als "Darth Vader des Kabelgeschäfts" - mittelfristig auch nach dem größten deutschen Kabelkonzern KDG greifen wird. dh
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